Angst vor Drohnen

Putins Mega-Jacht flüchtet Richtung Arktis

Außenpolitik
04.07.2026 21:09

Die Luxusjacht „Graceful“ gilt als persönliches Gefährt des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nun wurde sie vor der Küste Norwegens erspäht und könnte in Richtung Murmansk, der größten Stadt in der Arktis, unterwegs sein.

Dem bekanntlich paranoiden Kremlchef dürften die jüngsten Angriffe in seinem Land ordentlich zusetzen. Um das geliebte Luxusboot außerhalb der Reichweite ukrainischer Angriffe zu bringen, werde es nun verlegt, erklärt der ehemalige britische Militärattaché in Moskau, John Foreman, gegenüber der britischen Zeitung „The Telegraph“.

Das Deck des Kreuzers ist dabei mit Anti-Drohnen-Netzen bedeckt, enthüllen Satellitenbilder. Laut einer hochrangigen Quelle in der NATO überwacht das Bündnis den Konvoi. Vermutet wird, dass die Jacht und der Konvoi an Tromsø in Norwegen vorbeifahren und sich danach nach Murmansk begeben werden.

Auch vor Küste Dänemarks unterwegs
Ende Juni war die Jacht in Begleitung von Kriegsschiffen vor der Küste Dänemarks gesichtet worden, ihr Standort wurde unter anderem auf der Website Marine Traffic angezeigt. Dem war zu entnehmen, dass die „Graceful“ auf dem Weg nach Istanbul war. „The Telegraph“ zufolge verschwand der Kreuzer nach dem Auslaufen vom Radar. Das Boot „Wojewoda“ hingegen sendete weiterhin seinen Standort und bewegte sich die Küste Norwegens entlang nach Norden. 

Ist „Graceful“ jetzt ein „Killerwal“?
Die 82 Meter lange „Graceful“ gilt als die zweitgrößte Jacht (nach der 140 Meter langen „Scheherazade“), die der russische Staatschef nutzt. Früher wurde sie mehrmals in Sotschi gesichtet, wenn Putin dort war. Der Wert des Gefährts wird je nach Schätzung auf 100 bis 120 Millionen Dollar (entspricht in etwa 87 bis 120 Millionen Euro) beziffert. Nach Kriegsbeginn dürfte sie auf „Kosatka“ (zu Deutsch: „Killerwal“) umbenannt worden sein.

Eine weitere „Putin-Jacht“ – die 71 Meter lange „Victoria“ – befand sich am 1. Juli laut den Daten von Marine Traffic in Bodrum in der Türkei. Auf ihre Bewegungen wurden Journalisten aufmerksam, nachdem vor der Küste Dänemarks die „Graceful“ gesichtet worden war.

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