„Schwarz-Grün schuld“

Österreich zuerst? FPÖ verteilt Eier aus Polen

Burgenland
27.03.2026 15:21
Porträt von Christoph Miehl
Porträt von krone.at
Von Christoph Miehl und krone.at

Aufregung im burgenländischen Landtag: Die Freiheitlichen haben dort polnische Ostereier verschenkt. Die Grünen üben Kritik, die FPÖ gibt der ehemaligen Bundesregierung die Schuld dafür ...

Eigentlich hätte es nur eine kleine Aufmerksamkeit für die Abgeordneten bei der vergangenen Landtagssitzung sein sollen: Die FPÖ hatte allen Mandataren und der Regierungsbank blau gefärbte Eier anlässlich des bevorstehenden Osterfestes auf den Platz gelegt.

Herkunftscode „PL“
Dem prüfenden Blick der Grünen entging aber nicht der aufgedruckte Herkunftscode: „PL“ für Polen.

„Die billigsten Eier aus der schlechtesten Haltung“
Zudem stammen die Eier noch dazu aus Bodenhaltung, wie der grüne Klubobmann Wolfgang Spitzmüller erklärt: „Damit sind das die billigsten Eier aus der – zumindest für Österreich – schlechtesten Haltung.“ Nicht nur passt das ausländische Erzeugnis schwer zur „Heimatpartei“, für Spitzmüller ist auch unverständlich, warum es ausgerechnet aus Polen kommt. „Es gibt keinen Eiermangel bei uns und Polen ist ja nicht einmal ein unmittelbarer Nachbarstaat.“

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Man sollte schon auf die Herkunft achten. Besonders, wenn man wie die FPÖ stets „Österreich zuerst“ nach dem Vorbild von US-Präsident Donald Trump predigt.

Wolfgang Spitzmüller, Klubobmann der Grünen im burgenländischen Landtag

FPÖ schiebt Schuld von sich
Der FPÖ-Klub weist den Vorwurf, man habe bewusst Billig-Eier aus dem Ausland gekauft, entschieden zurück. Die Eier seien bei einem heimischen Familienbetrieb geordert worden. „Dieser musste wegen der Bestellmenge bei einem größeren Betrieb im Bezirk Oberpullendorf zukaufen. Dass dort wiederum Eier aus Polen bezogen wurden, war weder dem FPÖ-Landtagsklub noch dem Familienbetrieb bekannt“, erklärt FPÖ-Klubchef Christian Ries.

Der Fall zeige das Versagen der ehemaligen Bundesregierung (ÖVP/Grüne) bei der Lebensmittelkennzeichnung. Es könne nicht sein, dass man in Österreich einkaufe und ausländische Produkte erhalte. Die FPÖ habe ihm zufolge im Nationalrat mehrfach Anträge für eine klare und transparente Herkunftskennzeichnung eingebracht, damit Konsumenten endlich wissen, was tatsächlich auf ihren Tellern landet. 

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Wer auf die Polen-Eier zeigt, zeigt in Wahrheit auf das Versagen der ehemaligen schwarz-grünen Regierung.

Der burgenländische FPÖ-Klubobmann Christian Ries

Spitzmüller lässt das aber nicht gelten: „Man sollte schon auf die Herkunft achten. Besonders, wenn man wie die FPÖ stets ,Österreich zuerst’ nach dem Vorbild von US-Präsident Donald Trump predigt.“

„Rechtlich zulässig und kein Einzelfall“
FPÖ-Agrarsprecher und Landesparteisekretär Thomas Karacsony verweist wiederum auf die tieferliegenden Ursachen: „Dass einzelne Eier aus dem EU-Ausland stammen, ist rechtlich zulässig und kein Einzelfall. Das Problem liegt aber viel tiefer: Unsere Bauern stehen unter massivem Preisdruck, unter immer mehr Bürokratie und unter Wettbewerbsnachteilen, während die Herkunft von Lebensmitteln für die Konsumenten immer stärker verwässert wird.“

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Unsere Bauern stehen unter massivem Preisdruck, unter immer mehr Bürokratie und unter Wettbewerbsnachteilen.

Der burgenländische FPÖ-Agrarsprecher und Landesparteisekretär Thomas Karacsony

Karacsony sieht darin ein Systemversagen: „Wer heute empört auf einen Eiercode zeigt, sollte endlich die Ursachen benennen. Solange heimische Produzenten mit Auflagen überzogen werden, während gleichzeitig ausländische Ware den Markt flutet, braucht man sich über solche Fälle nicht wundern.“

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