Zu Ostern rückt ein Lebensmittel besonders in den Fokus: das Ei. Hinter der unscheinbaren Schale steckt jedoch eine Branche, die aktuell stark unter Druck steht, gleichzeitig aber wächst.
In Österreich gibt es derzeit rund 7,5 Millionen Legehennen – ein Höchststand, der bis Ende 2027 auf 8 Millionen weiter steigen soll. Die Haltung verteilt sich auf etwa eine Million Tiere im Bio-Bereich, 2,4 Millionen in Freilandhaltung und 4,1 Millionen in Bodenhaltung. Parallel dazu steigt auch der Konsum: Laut Statistik Austria werden pro Kopf inzwischen rund 250 Eier pro Jahr gegessen – bei einem Anstieg von 3 bis 4 Prozent in den vergangenen Jahren.
Starke Nachfrage nach Bio-Eiern
Laut Martin Greßl von der AMA Marketing zeigt sich die Nachfrage auch im Handel: Rund eine Milliarde Eier wurden vergangenes Jahr im Lebensmitteleinzelhandel verkauft und bereits über 50 Prozent der gekauften Eier stammen aus Bio- oder Freilandhaltung, während die Bodenhaltung leicht rückläufig ist.
Trotz dieser starken heimischen Produktion liegt der Selbstversorgungsgrad bei knapp unter 90 Prozent. Besonders zu Ostern komme es daher zu Engpässen, die durch Importe ausgeglichen werden müssen. Die Versorgung gilt insgesamt als gesichert, bleibt aber angespannt, erklärt der Obmann der EZG-Frischei, Günther Wenninger.
Ein Grund für teilweise leere Regale sind laut Wenninger Seuchen wie die Vogelgrippe, die in Europa Millionen Tiere betroffen und die Märkte verknappt haben. Gleichzeitig fordert er eine Kennzeichnungspflicht in der Gastronomie und bei verarbeiteten Eiern. Denn: Während frische Eier klar gekennzeichnet sind, gibt es bei verarbeiteten oder gefärbten Eiern keine verpflichtende Herkunfts- oder Haltungskennzeichnung. Branchenvertreter fordern hier seit Jahren strengere Regeln.
Weniger Bürokratie beim Bau eines Hühnerstalls
Um die Versorgung langfristig zu sichern, werde wieder investiert. Für das kommende Jahr seien rund 480.000 zusätzliche Legehennenplätze geplant, vor allem im Freilandbereich, erklärt der Obmann. Damit könnte die Versorgung des Handels um etwa 10 Prozent verbessert werden. Allerdings bremsen gestiegene Baukosten und aufwendige Genehmigungsverfahren – oft zwei bis fünf Jahre – den Ausbau.
Trotz aller Herausforderungen zeigt sich die Branche optimistisch: „Wer flexibel bei der Haltungsart ist, findet auch heuer Eier für sein Osternest im Supermarkt.“
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