Vicky Leandros gehört zu den beeindruckendsten Stimmen Europas und begeistert ihre Fans seit fast 60 Jahren. 1967 und 1972 trat sie beim Eurovision Song Contest für Luxemburg an, zweiteren hat sie gar gewonnen. In Wien hat sie den ESC mit ihrem Song „L‘amour est bleu“ feierlich und fulminant eröffnet – der „Krone“ stand sie davor kurz Rede und Antwort.
„Krone“: Frau Leandros, Sie haben 1967 für Luxemburg mit „L’amour est bleu“ das erste Mal am ESC teilgenommen – mit gerade einmal 15 Jahren. Woran erinnern Sie sich besonders gerne zurück?
Vicky Leandros: An den ungeliebten vierten Platz! (lacht) Doch dann kam alles anders. Dieses Lied hat mir sehr viel Glück gebracht und war der Anfang meiner internationalen Karriere.
1972 haben Sie den ESC dann für Luxemburg gewonnen. Was hat das für Ihre Karriere bedeutet und welchen Stellenwert hat dieser Sieg für Sie noch heute?
„Après toi“ hat mir alle Türen in Europa und auf der Welt geöffnet. Ich durfte in Frankreich, in England, überall in Europa viele Konzerte geben. Dafür bin ich sehr dankbar!
Wie nirgendwo sonst ist die ESC-Familie eine richtige Community. Sie erleben diese Familie heuer in Wien wieder. Wie fühlt sich das an? Was hat sich verändert?
Es ist eine fröhliche, positive Stimmung hinter den Kulissen. Der ESC hat sich natürlich über die Jahre sehr verändert. Früher war es mehr das Lied und die Stimme, heute ist es natürlich die große Show. Ich war bei den Proben sehr fasziniert, was hier in Wien für ein großartiges Bühnenbild hergestellt wurde.
Mit Wien verbindet Sie eine jahrzehntelange, sehr besondere Liebe als Künstlerin und auch als Mensch. Worauf freuen Sie sich immer, wenn Sie in Wien sind und woran erinnern Sie sich besonders gerne?
Ich bin fast jedes Jahr hier in Wien und erinnere mich natürlich besonders gerne an meine unglaublich emotionalen Konzerte im Wiener Konzerthaus, diese einzigartige Stimmung und das überwältigende Wiener Publikum. Aber ich habe auch viele Freunde in Wien und bin auch privat ganz gerne hier.
Hatte der Song Contest früher mehr Glanz und Glamour als heute? Wie sehen Sie den Boykott von fünf Ländern aufgrund der Teilnahme Israels und was bedeutet das für diesen Bewerb langfristig?
Es steht mir nicht zu die Entscheidungen einzelner Teilnehmer zu kommentieren. Als ich 1973 – im Jahr nach meinem Sieg bei der Eurovision – die Siegertrophäe überreicht habe, hat Israel erstmals am Grand Prix teilgenommen. Israel ist ein Land mit einer langen ESC-Tradition, hat über all die Jahre große musikalische Erfolge gefeiert und ist für mich als Künstlerin aus dem Wettbewerb nicht wegzudenken.
Sie waren immer und sind auch noch immer ein sehr politischer Mensch. War es nicht immer schon eine Lüge, dass der ESC unpolitisch ist? Und welche Richtung sollte er künftig einschlagen?
Beim ESC geht es um Musik, um die beste Komposition und die beste Interpretation. Der ESC ist ein musikalisches Weltereignis, das durch die Musik Menschen, Länder und ihre Kulturen miteinander verbindet. Gerade in politisch schwierigen Zeiten sollte Musik eine Brücke sein und kein weiteres Feld zur Austragung politischer Konflikte.
Wie fühlt es sich für Sie an, wieder auf dieser Bühne in dieser Stadt zurückzukehren – zumal Sie Ihre große Karriere prinzipiell beendet haben? Kriegt man da wieder Lust auf mehr…?
Große Tourneen, die auch mit vielen Anstrengungen verbunden sind, werde ich nicht mehr machen. Aber ganz werde mich nicht von der Bühne verabschieden. Ich werde weiterhin Konzerte geben, auch viele karitative – und freue mich schon nach Wien und Salzburg zurückzukehren.
Kennen Sie Österreichs Teilnehmer Cosmó und sein Lied „Tanzschein“? Was sagen Sie dazu und welche Chancen hat er? Können Sie seinen Tanz?
Ich tanze für mein Leben gerne! Und wünsche Cosmó viel Glück und Erfolg.
Wer sind Ihre großen Favoriten im Sinne der Qualität und der Lieder? Und haben Sie ein Lieblingsland, das vielleicht keine großen Chancen hat, aber Sie überzeugt?
Ich drücke ganz besonders die Daumen für Griechenland, Deutschland, Österreich, Luxemburg und Israel. Diese fünf Beiträge gefallen mir wirklich besonders gut!
Wie und wo werden Sie das Finale dieses Song Contests verfolgen?
Ich reise direkt weiter nach Griechenland und werde mir den ESC mit Freunden in Athen anschauen.
Wann werden wir Sie wieder in Österreich sehen können?
Im Herbst 2027 werde ich mehrere Konzerte in ganz Europa geben und werde dabei auch nach Wien kommen. Ich freue mich schon darauf!
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