Wal als PR-Opfer?
Krimi um „Timmy“hat nun ein politisches Nachspiel
Seit seiner Freisetzung ins offene Meer am 2. Mai ist der aktuelle Standort von Wal „Timmy“ ungewiss. Experten und Retter streiten sich, ob der Meeressäuger überhaupt noch lebt. Unterdessen gerät Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) immer stärker unter Druck. Die Konkurrenz wirft ihm rund um die Wal-Rettung Eigen-PR für die bevorstehende Landtagswahl im Herbst vor.
Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass in Deutschland mitunter Autobahnbauten über Jahre stillstehen, nur weil Fledermäuse oder Unken gefunden werden.
CDU kritisiert die Baggertätigkeiten im Naturschutzgebiet zur Wal-Rettung
Während aus dem Ministerium bestätigt wird, dass man sich ein solches Denkmal grundsätzlich vorstellen könne, schütteln Kritiker nur noch den Kopf. Es wäre die bizarre Krönung dieser Geschichte: Ein Denkmal aus Metall für einen Wal, dessen wahres Schicksal die Retter bis heute wie ein Staatsgeheimnis unter Verschluss halten.
Liegt „Timmy“ schon am Meeresgrund?
Abseits der politischen Schlammschlacht weiß von den Experten derzeit niemand, wo sich der Buckelwal befindet und ob er überhaupt noch lebt – weder die Aktivisten, die ihn in die Nordsee brachten, noch das Backhaus-Ministerium noch unabhängige Wissenschaftler. Denn der GPS-Sender, den die private Initiative an dem Wal angebracht haben will, liefert keine Daten. Damit bleibt offen, ob die umstrittene Freilassung dem Tier geholfen hat oder ob Wal „Timmy“ längst auf dem Grund der Nordsee liegt.
Der Meeresbiologe und Walforscher Fabian Ritter forderte im Gespräch mit t-online: „Die Daten des Senders müssen öffentlich gemacht werden, um den Weg des Wals nach einer möglichen Freilassung nachvollziehen zu können.“










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