Mehr als eineinhalb Jahrzehnte nachdem die erfolgreiche Krankenhausserie zu Ende ging, wird sie nun (ab 25. März bei Disney+) wiederbelebt – mit einer gehörigen Portion Sentimentalität, zeitgemäßen Themen und Wohlfühl-Comedy.
Für „Scrubs“ galt wie für so vieles im Leben: Entweder man war Feuer und Flamme für die eigenwillige Sitcom oder sie nervte einen bis ins Knochenmark. Nicht anders verhält es sich mit der Neuauflage der Kultserie von Bill Lawrence, der uns nach den acht regulären „Scrubs“-Staffeln Meisterwerke wie „Ted Lasso“ oder „Shrinking“ schenkte. Und nun anscheinend die Zeit für reif erklärte, seine einst sehr erfolgreiche Krankenhausserie wiederzubeleben.
Leben, lieben und leiden
25 Jahre sind ins Land gezogen, seit die jungen Ärzte J.D. (Zach Braff), Turk (Donald Faison) und Elliot (Sarah Chalke) ihren ersten Dienst im Sacred Heart Hospital antraten, beste Freunde wurden, durch dick und dünn gingen, erwachsen wurden – sofern man das bei J.D. und Turk so nennen kann – und dabei gleichermaßen liebten, lebten und litten. Daran hat sich auch mit fortgeschrittenem Alter nicht viel geändert, was schnell klar wird, als sich ihre zwischenzeitlich getrennten Wege wieder kreuzen. Das Schicksal führt nämlich zusammen, was zusammengehört – oder in diesem Fall J.D.s alter Mentor Dr. Cox (John C. McGinley), der in J.D. mehr sieht als jenen Mediziner, der aus ihm geworden ist: ein Concierge-Arzt, der reichen Menschen bei Kaffee und Kuchen Potenzpillen austeilt.
Nach nur wenigen Minuten steht außer Frage, dass die Chemie zwischen den Protagonisten die lange Pause unbeschadet überstanden hat: Die freundschaftliche Liebe zwischen J.D. und Turk ist ungebrochen – selbst wenn ihr Huckepack-Ritt „Eagle!“ etwas eingerostet ist -, Turk und Carla (Judy Reyes) sind immer noch der Fels in der Spitalsbrandung, die Beziehung zwischen J.D. und Elliot ist nach wie vor kompliziert und Dr. Cox tyrannisiert immer noch junge Ärzte, um möglichst das Beste aus ihnen rauszuholen. Solche Verhaltensmuster, die damals üblich waren – etwa die verbalen Entgleisungen von Cox oder Todd (Robert Maschio) -, sind heute undenkbar und werden von Sibby (Vanessa Bayer), Leiterin der HR-Abteilung, grandios humorvoll zur Rechenschaft gezogen.
Lachen, während man den Finger in die Wunde hält
Ein Sinnbild dessen, was das „Scrubs“ von damals mit dem „Scrubs“ von heute verbindet, nämlich das Lustige mit dem Ernsten: lachen, während man den Finger in die Wunde hält. Sei es das kränkelnde Gesundheitssystem oder das Enttabuisieren mentaler Gesundheit – Bill Lawrence und seine Darsteller beackern die Themen mit gekonnter Leichtigkeit. Für eingefleischte Fans ist es, als würde man nach langer Zeit wieder (ins Spital) nach Hause kommen. „Eagle!“
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