Mit ihrem neuesten Projekt haben die Macher von „Emergency Room“ einen regelrechten Hype erzeugt und wurden mit zahlreichen Preisen überhäuft. Aber kann die zweite Staffel dem großen Rummel der ersten standhalten?
Die wohl realistischste fiktionale Darstellung des Arztberufs, die das Fernsehen je präsentiert hat“, stand einst in der renommierten „Time“ über „Emergency Room“ zu lesen. 32 Jahre ist es mittlerweile her, dass die Serie erstmals über die TV-Schirme flimmerte und das Fernsehen revolutionierte. Als ihre Produzenten John Wells und R. Scott Gemmill samt ihrem Hauptdarsteller Noah Wyle im vergangenen Jahr ihr neuestes Projekt „The Pitt“ präsentierten, waren die Erwartungen dementsprechend hoch und der Hype, der nach der Veröffentlichung entstand, fast unermesslich. Mit dem Start der zweiten Staffel auf HBO Max stellt sich die Frage: Ist der ganze Rummel gerechtfertigt?
Mitten im Drama
Die Handlung beider Staffeln spielt fast ausschließlich in der Notaufnahme des fiktiven Lehrkrankenhauses Pittsburgh Trauma Medical Center (Spitzname: The Pitt), die von Dr. Michael „Robby“ Robinavitch (Wyle) geleitet wird. Dabei ist jede der 15 Folgen eine Stunde einer ausgedehnten 12-Stunden-Schicht voller medizinischer sowie persönlicher Dramen und Traumen, bei denen es sich als Zuschauer anfühlt, als wäre man mittendrin, statt vor einem Schirm. Zu verdanken ist das den beiden Kameras, mit denen die Serie gefilmt wird, die nicht auf Schienen oder mit Kränen, sondern manuell auf Schultern sitzend betätigt werden. Dadurch entsteht der Eindruck, als wäre man ständig und auf Augenhöhe mit den Darstellern in Bewegung. Kurze Pausen gibt es nur mit den Krankenschwestern beim Rauchen, oder wenn Dr. Robby endlich, bereits seit Stunden hinausgezögerte, zum Pinkeln austritt.
Vom kränkelnden Gesundheitssystem bis Trump
Die Interaktionen und Dialoge sind wie aus dem Leben gegriffen, noch akkurater sind nur die medizinischen Abläufe, die sich vor Lobhudelei von echten Ärzten kaum retten können. Zwischenmenschliche, aber auch gesellschaftliche Konflikte erstrecken sich, trotz des knappen Formats, erstaunlicherweise gut in die Tiefe – vom unterbesetzten und strauchelnden Gesundheitssystem, über tätliche Übergriffe auf Gesundheitspersonal, bis hin zu Trumps Einwanderungspolitik.
Die „ER“-Macher haben es also zum wiederholten Male geschafft, „die wohl realistischste fiktionale Darstellung des Arztberufs, die das Fernsehen je präsentiert hat“ zu produzieren. Kurzum: „The Pitt“ ist ein echtes (medizinisches) Meisterwerk.
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