Er ist auffällig und gilt als sein Markenzeichen – der blaue Stern im Gesicht von Österreichs ESC-Kandidat Cosmó. Genau der könnte für unseren Song Contest-Starter noch ein juristisches Nachspiel haben. Ein Wiener Musiker reklamiert den Stern für sich, Cosmó änderte seinen nun kurzfristig ab. Ob aus reinem Zufall oder aus Angst vor einer Klage, ist unklar.
Lex Leon ist ein umgänglicher und gemütlicher Zeitgenosse im Gespräch, kein Weltstar. Der Wiener Sänger, Songwriter und Künstler hat sich über eineinhalb Jahrzehnte eine treue Fanbasis aufgebaut, sein Instagram-Auftritt zählt immerhin 31.200 Follower. Was beim Scrollen durch die Beiträge des Musikers sofort auffällt – in seinem Auftritt ist immer etwas Blaues dabei. Blauer Schal, blaues Sakko, blaue Schuhe und ein fünfzackiger blauer Stern etwa.
Seit 16 Jahren tritt Lex Leon mit blauem Stern auf
Man findet den Stern nicht nur am Körper des Musikers, auf seiner Gitarre oder hinter ihm bei Live-Auftritten: Lex Leon – der bürgerlich natürlich ganz anders heißt – signiert auch seine Autogrammkarten mit Namen und blauem Stern. „Ich hab’ den bewusst ausgesucht vor 16 Jahren, er ist ein Teil meines Auftrittes“, erzählt der Wiener im Gespräch mit der „Krone“. Als er gesehen habe, dass Cosmó ebenfalls mit dem – zumindest sehr ähnlichen – blauen Stern auftritt, habe es ihm einen Stich versetzt, erzählt Lex Leon der „Krone“.
Ich befürchte einfach, dass der blaue Stern jetzt in den Köpfen der Leute als Merkmal von Cosmó verankert sein könnte – und nicht mehr als meines.
Lex Leon geht es um die frappierende Ähnlichkeit
Der Musiker schrieb seinen Kollegen an: „Gratulation zum anstehenden Auftritt“, wünschte er in dem der „Krone“ vorliegenden, recht freundlich verfassten Schreiben. Es gäbe jedoch eine Angelegenheit, die er am liebsten von Künstler zu Künstler und unter Ausschluss des Rechtsweges klären wolle. Schließlich verwende er den Stern seit 16 Jahren und habe ihn deshalb auch beim Patentamt als sein Markenzeichen angemeldet. Eine Abänderung, wie etwa eine „Anpassung der Farbe, Anpassung der Form“, würde schon reichen, um Cosmó deutlicher vom Auftritt seines Künstlerkollegen abzuheben.
Beschwerden von Anwälten zurückgewiesen
Die Antwort war für den Wiener recht unbefriedigend. Ein Anwalt wies die offene Frage um den Stern schroff zurück. Auch ein ausführlicheres Schreiben mit der Bitte um Unterlassung wurde anwaltlich zurückgewiesen. Eigentlich, so Lex Leon, wolle er Cosmó gar nicht schlecht machen, ganz im Gegenteil: „Ich wünsche ihm viel Erfolg für den ESC!“ Persönlich sei er aber schon enttäuscht von seinem Musikerkollegen.
Mein Mandant wollte das nicht juristisch eskalieren lassen, sondern hat Cosmó erst per Mail angeschrieben und freundlich auf das Problem hingewiesen.
Florian Rath vertritt die rechtlichen Interessen von Lex Leon
Am Wochenende vor dem Song Contest kam es nun zu einem kleinen Knalleffekt. Angeblich auf Anraten von Song-Contest-Gewinnerin Conchita Wurst änderte Cosmó sein Erscheinungsbild. Das Blau des Sterns im Gesicht ist jetzt offenbar dunkler, an den Sternspitzen kleben Glitzersteine.
Verdächtiger Zeitpunkt für Stiländerung
Der Zeitpunkt der Stiländerung so kurz vor seinen großen Auftritten wirkt im Angesicht der Schreiben von Lex Leon zumindest auffällig – könnte aber natürlich auch reiner Zufall sein. Ob Cosmó mit seinen kurzfristigen Änderungen einer drohenden Klage wegen Plagiats entgehen kann, ist unklar. Zu Vorsicht besorgte sich auch Lex Leon eine rechtliche Vertretung – der auf Markenrecht spezialisierte Anwalt Florian Rath übernahm den Fall.
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