Attacken aus Wut

Sohn (13) wuchs Alleinerzieherin über den Kopf

Burgenland
26.03.2026 14:45

Prozess in Eisenstadt: Nachdem der Sohn sie zweimal mit dem Messer bedroht und geschlagen hatte, alarmierte die hilflose Mutter die Polizei. Der Jugendliche, der nach einem Anti-Gewalttraining ruhiger geworden sein soll, akzeptiert eine Psychotherapie und Familienbegleitung.

Vor wenigen Wochen ist der Bub, hinter dem eine schwere Kindheit liegt, 14 geworden. Vor fünf Jahren ließen sich die Eltern scheiden, 2022 flüchteten er, seine Mutter und die jüngere Schwester vor dem Krieg aus der Ukraine ins Nordburgenland. Zum Vater, der das Kind misshandelt hatte, besteht kein Kontakt.

„Vermutlich wollte er in die Rolle des Familienoberhaupts schlüpfen“, sagt die Mutter (35) beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt. „Er ist größer und stärker als ich. Ja, er ist mir körperlich überlegen.“

Mit „Abstechen“ gedroht
Und da sitzt er nun, der schmächtige Bursche, der der Frau ein Küchenmesser vor den Bauch gehalten und gedroht hatte: „Wenn ich dich nicht jetzt absteche, werde ich es in der Nacht tun, wenn du schläfst.“ Der Grund scheint banal: Die Mutter hatte in der Früh mit Geschirr gescheppert und ihn dadurch aufgeweckt.

Auch das Thema Computerspiele sorgte reichlich für Diskussionsstoff. „Sie hat einfach das WLAN ausgesteckt, weil sie meinte, ich soll lernen. Ich war wütend.“ Der Schüler griff zum Stanley-Messer, fuchtelte damit vor ihrem Gesicht herum und zerschnitt mit fahrigen Bewegungen Papier.

„Keine Angst um mich, sondern um seinen Zustand“
Die Richterin will wissen, ob er denn glaube, dass solche Aktionen Panik hervorrufen können. „Ich weiß es nicht.“ Nein, gefürchtet habe sich die Mutter nicht. „Ich hatte keine Angst um mich, sondern Angst um seinen Zustand. Ich konnte nicht einordnen, was mit ihm los ist. Er war wie ein anderer Mensch.“ Nachdem ihr der damals 13-Jährige in den Oberarm geboxt und ein Hämatom zugefügt hatte, verständigte die hilf- und ratlose Frau die Polizei.

Wirksames Anti-Gewalttraining
Der Jugendliche wurde für zwei Monate in einem Krisenzentrum untergebracht. Er hat dort auch ein Anti-Gewalttraining durchlaufen. Jetzt wohnt er wieder daheim. „Ich bin viel ruhiger geworden.“ Die Mutter nickt. Die Diversion – zwei Jahre Probezeit, Psychotherapie und Familienbegleitung – wird akzeptiert.

Was er denn einmal werden wolle, fragt Frau Rat zum Abschluss. „Programmierer oder Kampfsportler.“

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