Unfassbare Vorfälle

Schülerin (10) in Straßenbahn ins Gesicht getreten

Gericht
25.03.2026 13:30

Es sind zwei unfassbare Vorfälle, um die es im Wiener Landl geht: Eine 26-jährige Frau attackierte im Herbst letzten Jahres zwei Kinder in den Öffis. Einer Achtjährigen schlug sie bei der S-Bahn ins Gesicht. In der Bim trat sie einer zehnjährigen Schülerin mit voller Wucht gegen den Kopf. Dass die junge Frau Medikamente gegen ihre schwere psychiatrische Störung nehmen muss, sieht sie nicht ein.

Seelenruhig sitzt die Schülerin in der Wiener Straßenbahnlinie O auf einem Doppelsitzplatz. Sie macht Sprachübungen auf ihrem Handy. Als bei der nächsten Station eine junge Frau einsteigt und sich neben die Zehnjährige setzt. Rund eine Minute sitzen sie still nebeneinander, bis die 26-Jährige plötzlich aufspringt – und der Zehnjährigen mit voller Wucht ins Gesicht tritt.

Achtjährige bei S-Bahn attackiert
Die Aufnahmen der Überwachungskamera der Bim machen sprachlos. Besonders, weil es nicht der einzige Angriff der Österreicherin auf ein Kind war. Bereits im September 2025 schlug sie bei der S-Bahn-Station Rennweg einem erst achtjährigen Mädchen mit ihrem Handy gegen die Stirn, versetzte ihr auch noch einen Schlag gegen die Nase. „Das Kind war total wehrlos und ohne Begleitung unterwegs“, erinnert sich eine Zeugin, die sich damals um die blutende und weinende Achtjährige kümmerte.

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Es sind mehrere Vorfälle eingestellt worden. Das ist nur das Best-of.

Voristzender Richter Christoph Bauer

Weitere Attacken gegen Kinder sind im Landl gar nicht Thema. Da kam es glücklicherweise nicht zu Verletzungen. „Ich möchte mich dazu nicht äußern. Mir fehlt das Gedächtnis dazu“, meint die 26-Jährige jetzt vor dem Schöffensenat. Als Richter Christoph Bauer aber nicht locker lässt, weiß sie doch noch: „Sie hat mich angegafft. Ich hab' ihr eh gesagt, sie soll mich nicht anschauen.“ Die Rede ist von dem kleinen Mädchen bei der S-Bahn-Station. Die Zehnjährige in der Straßenbahn hätte auf ihren Ring gestarrt: „Ich dachte, sie nimmt ihn mir jetzt weg.“ 

„Halten Sie sich für gefährlich?“, stellt Herr Rat eine entscheidende Frage. „Nein. Ich möchte nicht mehr behandelt werden. Es wäre alles besser für mich. Ich hab‘ zwar manchmal Aggressionsschübe. Dass ich das an anderen auslasse, war nicht gewollt.“

„Schwerstes Krankheitsbild, das man haben kann“
Der Gerichtspsychiater sieht das aber ganz anders. Die 26-Jährige leidet an einer schizoaffektiven Störung. „Das sind die beiden schwersten Krankheitsbilder, die man haben kann und das in einem vereint“, erklärt der Gutachter. Einerseits das psychotische einer Schizophrenie und andererseits die manisch-depressiven Phasen einer bipolaren Störung. Bereits seit Jahren macht die Frau denselben Kreislauf durch: Sie wird auffällig, die Polizei bringt sie in eine psychiatrische Klinik, sie wird entlassen und setzt die Medikamente ab.

Und auch jetzt, nach Monaten in der vorläufigen Unterbringung in der Justizanstalt Josefstadt, ist die Österreicherin alles andere als krankheitseinsichtig. „Ich will von diesen Medikamenten wegkommen. Ich will von dieser ganzen psychiatrischen Geschichte wegkommen.“ Richter Bauer kontert: „Sie sind krank. Das kann man nicht weg negieren oder ignorieren.“ Die 26-Jährige wird nun auf unbestimmte Zeit in einem forensisch-therapeutischen Zentrum behandelt. „Zur Einweisung gibt es keine Alternative“, begründet Herr Rat die Senatsentscheidung.

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