Jung und sportlich war jener 22-Jährige, der am Sonntag im Längsee ertrunken ist. Obwohl rasch Einsatzkräfte zu Hilfe eilten, verstarb er später im Spital. Ein schreckliches Schicksal, das jedes Jahr etwa 42 Österreicher ereilt. Was liegt in unserer Macht? Was passiert beim Ertrinken?
42 Menschen ertrinken in Österreich laut Todesursachenstatistik (2015-2024) pro Jahr - in Kärnten sind im Durchschnitt fünf Todesopfer zu beklagen. Rund neun Prozent der Opfer sind Kinder, 50 Prozent sind zwischen 15 und 64 Jahre alt und 41 Prozent über 65 Jahre.
Schwimmkenntnisse meist „unsicher“ oder nur „mittelmäßig“
Etwa sieben Prozent der österreichischen Bevölkerung können ab fünf Jahren nicht schwimmen. Laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) schätzt jede vierte Person in Österreich ihre Schwimmkenntnisse als „unsicher“ oder nur „mittelmäßig“ ein.
Der KFV empfiehlt daher, die eigenen Schwimmfähigkeiten aufzufrischen und bei längeren Schwimmstrecken eine Schwimmboje mitzunehmen. „Selbst für Geübte ist sie zu empfehlen, da jeder durch Erschöpfung, Krämpfe oder Kreislaufprobleme plötzlich in Not geraten kann“, so Johanna Trauner-Karner, die Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.
Es ist ein Irrtum, dass Menschen bei einem Notfall im Wasser laut schreien. Vielmehr ertrinken sie völlig regungs- und lautlos. Vor allem Kinder sterben im Wasser unbemerkt.
Was beim Ertrinken passiert
Ein Ertrinkender schluckt das Wasser nicht, er atmet es ein, es gelangt in die Lunge, die dann keinen Sauerstoff mehr aufnehmen kann. Man verliert das Bewusstsein. Es kommt zum Herz-Kreislauf-Stillstand. Nach drei bis sechs Minuten können erste Nervenzellen absterben. Ab neun Minuten ist fast immer mit sehr schweren Schäden zu rechnen.
Kleinkinder können selbst im flachen Wasser ertrinken. Sie heben ihren Kopf nicht, sie schreien nicht, sie ertrinken lautlos und damit unbemerkt. Eine Badewanne, ein Planschbecken oder eine große Pfütze können reichen.
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