Die US-Raumfahrtbehörde NASA krempelt ihr bisheriges Mondprogramm komplett um. Geplant ist nun der Bau eine Mondbasis, die eine dauerhafte Präsenz von Menschen auf dem Erdtrabanten möglich machen soll. Dafür wird aber der Bau einer bemannten Raumstation, die um den Mond kreist, vorerst eingestampft.
„Diese Mondstation wird nicht über Nacht erscheinen. Wir werden in den kommenden sieben Jahren rund 20 Milliarden Dollar (knapp 17,3 Mrd. Euro) investieren und sie mit Dutzenden von Missionen bauen“, erklärte NASA-Chef Jared Isaacman am Dienstag bei einer Veranstaltung in Washington.
„Die NASA ist verpflichtet, erneut das fast Unmögliche zu erreichen“, sagte Isaacman. Ziel sei es, „eine Mondbasis zu bauen, eine anhaltende Präsenz zu etablieren und die anderen Dinge zu machen, die eine US-Anführerschaft im Weltraum sicherstellen“.
Keine Raumstation im Mondorbit
Aus diesem Grund werde man die Errichtung einer Raumstation namens „Lunar Gateway“ (Bild unten) vorerst einmal einstampfen, so die NASA. Die Raumstation, an der auch Europas Raumfahrtagentur ESA beteiligt war, sollte als Zwischenstation für bemannte Missionen zum Mond – und später auch zum Mars – dienen.
Die NASA werde bereits gebauten die Komponenten des „Lunar Gateway“ nutzen, um eine echte Mondbasis auf dem Erdtrabanten zu errichten. man plane, über einen Zeitraum von sieben Jahren 20 Milliarden Dollar in das Projekt zu investieren und ab 2028 halbjährliche Missionen mit Astronauten zu starten, so Isaacman. Damit würde sich die von der NASA erst im Jänner angekündigte jährliche Missionshäufigkeit verdoppeln.
NASA präsentierte Drei-Phasen-Plan
Bei der Veranstaltung in Washington wurde ein Drei-Phasen-Plan präsentiert, für den in den kommenden zehn Jahren Investitionen in Höhe von rund 30 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 26 Mrd. Euro) erforderlich wären.
In Phase 1 will die NASA jetzt ihre Programme „Commercial Lunar Payload Services“ (CLPS) und „Lunar Terrain Vehicle“ (LTV) nutzen, um eine Reihe von Satelliten, Monddrohnen und anderen Technologien zum Einsatz zu bringen. Diese Anfangsphase umfasst die erste bemannte Mondlandung im Rahmen ihres „Artemis“-Programms der NASA, bei der entweder SpaceX oder Blue Origins HLS zum Einsatz kommen wird. Ziel sei es Anfang 2028 potenzielle Standorte für Mondbasen zu untersuchen.
Zwei Landungen jährlich auf dem Mond
In der zweiten Phase plant die NASA zwischen 2029 und 2032 Grundlagen für die Basis zu schaffen, indem sie Energieversorgungs-, Kommunikations-, Mobilitäts- und andere Systeme installiert, die es Astronauten ermöglichen würden, wochenlang – oder möglicherweise sogar monatelang – auf dem Mond zu leben und zu arbeiten. Nach dem Start von „Artemis 5“ Ende 2028 sollen zweimal jährlich bemannte Landungen am Erdtrabanten stattfinden.
Bis 2032 hofft die Weltraumbehörde, auf dem Mond eine ebenso dauerhafte Präsenz des Menschen zu erreichen, wie sie sie seit 25 Jahren auf der Internationalen Raumstation ISS aufrechterhält.
In der dritten Phase, zwischen 2032 und 2036, solle dann der Übergang zu einer permanenten Basis und der Beginn von Langzeit- und Fernmissionen mit Menschen erfolgen, so die Pläne der NASA. Mithilfe neuer Technologien wie dem nuklearen Antrieb wolle man permanent im Schatten liegende Krater und andere Regionen des Mondes erforschen, die noch nie von Menschen betreten wurden.
Außerdem soll damit begonnen werden, Sauerstoff, Wasser und andere Ressourcen aus der Oberfläche des Mondes zu gewinnen – eine Fähigkeit, die zukünftige Missionen zum Mars möglich machen könnte, heißt es auf der Website der NASA.
Neuer Wettlauf zum Mond
Bereits seit Jahren liefern sich mehrere Raumfahrtnationen einen neuen Wettlauf zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China, das bis 2030 Menschen auf den Erdtrabanten bringen möchte. Das will auch Russland, das wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten aber mit erheblichen Verzögerungen zu kämpfen hat.
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