Zwei Kinder verstorben

„Wir stehen im Davidhof alle noch unter Schock“

Wien
22.05.2026 13:06

Zwei tote Kinder, erst zwei und drei Jahre alt, ihre ältere Schwester (14) verletzte sich beim verzweifelten Versuch, ein Feuer zu löschen. Was eine Familie aus dem Ottakringer Davidhof verarbeiten muss, ist unvorstellbar. Auch für die anderen Bewohner des Gemeindebaus, die mit ihren Nachbarn in Trauer vereint sind. 

Montag, 18. Mai, 16.45 Uhr: Die Wiener Berufsfeuerwehr erhält einen Notruf, der sämtliche Beteiligten wohl noch länger im Kopf beschäftigen wird. Ein Wohnungsbrand im Ottakringer Davidhof – an sich in einer Millionenstadt wie Wien ein leider schon fast zur Alltagrsoutine gehörender Einsatz für Feuerwehrleute und Sanitäter. Jener, der sich in dem Gemeindebau zwischen Effingergasse und Spindeleggergasse abspielte, sollte jedoch anders sein. 

Die Eingänge sind versperrt, reden möchte niemand gerne.
Die Eingänge sind versperrt, reden möchte niemand gerne.(Bild: Stefan Steinkogler)

14-Jährige versuchte verzweifelt zu löschen
Als die Florianis unter schwerem Atemschutz die völlig verrauchte Wohnung durchsuchten, stießen sie in einem der Zimmer auf die leblosen kleinen Körper einer Dreijährigen und ihres zwei Jahre alten Bruders. Die große Schwester indes – eine 14-Jährige – wurde bei ihren verzweifelten Versuchen, das Feuer zu löschen, verletzt. Sie kam glimpflich davon, ihre Geschwisterchen leider nicht. Sie wurden noch reanimiert, verstarben jedoch beide am Donnerstag im Spital. 

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Es gibt mehr Akkus in unserem Alltag, als man glauben möchte, und deshalb sind wir immer öfter mit Akkubränden konfrontiert, auch im Wohnbereich.

Feuerwehrsprecher Jürgen Figerl

Polizei ermittelt nicht gegen Familie
Der Brand hätte wohl nur schwer verhindert werden können. Laut „Krone“-Informationen war der Akku eines sündteuren Staubsaugers defekt – er ging in Flammen auf. Und das zu einem Zeitpunkt, als die 14-Jährige gerade wohl kurzfristig auf ihre Geschwister aufpasste und die Eltern außer Haus waren. Kein strafrechtlich relevantes Verhalten, wie die Polizei betont. Ermittlungen gibt es daher keine gegen Mutter und Vater, die nun mit einem unbeschreiblichen Schmerz weiterleben müssen. 

Hier, an der Spindeleggergasse, fand der traumatische Einsatz statt.
Hier, an der Spindeleggergasse, fand der traumatische Einsatz statt.(Bild: Stefan Steinkogler)

Immer häufiger kommt es zu Akkubränden
Ob der defekte Akku hätte erkannt werden können, steht ebenso in den Sternen. Wie Feuerwehrsprecher Jürgen Figerl der „Krone“ mitteilt, kommt es durch die Masse an Akkus in unserem Alltag immer häufiger zu derartigen Einsätzen. Er könne nur raten, Akkus nie an möglichen Fluchtwegen zu lagern und zu laden, wenn möglich, in Räumen mit Rauchmelder – und sichtlich defekte Akkus sofort zum Mistplatz oder zumindest ins Freie zu bringen. Im Falle der betroffenen Familie in Ottakring kommen jene Tipps freilich zu spät. 

„Es ist einfach nur schrecklich“
Freitag, 22. Mai, 9.30 Uhr: Rund um den Davidhof sind die Schwere und die Traurigkeit trotz strahlenden Frühlingswetters zum Greifen. Die Eingänge des Gemeindebaus sind verriegelt, nur gelegentlich schlüpft jemand hinein. Mit der „Krone“ möchten nicht allzu viele über die Tragödie sprechen – verständlich. Trauer dominiert nun den Alltag der Bewohner. Rudi (Name geändert) weiß selbst nicht so recht, was er sagen soll. „Es ist einfach nur schrecklich“, beginnt er. Keinem Kind der Welt, keinen Eltern der Welt wünsche er so etwas. „Wir stehen alle im Davidhof noch unter Schock“, flüstert er – und verschwindet in seine Wohnung. 

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