Der weltweit tätige Vorarlberger Verpackungsspezialist Alpla streicht am Unternehmenssitz in Hard bis zum Jahresende bis zu 155 Stellen. Grund dafür sind herausfordernde Marktbedingungen und hohe Kosten. Die Mitarbeiter wurden am Donnerstag informiert.
Ziel der mit dem Stellenabbau einhergehenden Neuausrichtung ist, einen leistungsfähigen Hauptsitz abzusichern. Die Umstrukturierung sei ein erstes Resultat einer im April gestarteten Evaluierung der Arbeits-, Prozess- und Organisationsstrukturen, teilte Alpla in einer Aussendung mit. Damals waren bereits Homeoffice und flexible Arbeitszeitmodelle zurückgefahren worden.
Kundennähe und gesteigerte Produktivität
Künftig sollen ausgewählte operative und administrative Aufgaben vermehrt in den regionalen Markteinheiten weltweit gebündelt werden. Am Stammsitz möchte man sich hingegen auf die strategische Steuerungs- und Koordinationsfunktion fokussieren. Die Verantwortlichen versprechen sich dadurch eine verbesserte Kundennähe und eine gesteigerte Produktivität. Auch sollen die Kosten in Hard zurückgefahren werden.
Abhängig von der konkreten Ausgestaltung der Maßnahmen werden bis zu 155 Positionen betroffen sein. Vorgesehen sind Nicht-Nachbesetzungen, Pensionierungen, Rollenverschiebungen und auch Vertragsauflösungen. Man werde den Strukturumbau „verantwortungsvoll und sozialverträglich umsetzen“ und befinde sich bereits im Austausch mit dem Betriebsrat, wurde seitens des Unternehmens betont.
IV: „Warnen seit drei Jahren vor drohender Deindustrialisierung“
Für den Geschäftsführer der Vorarlberger Industriellenvereinigung, Simon Kampl, kommt dieser harte Einschnitt wenig überraschend: „Seit drei Jahren warnen wir vor einer drohenden Deindustrialisierung. Inzwischen ist es nicht mehr fünf vor zwölf, denn die Deindustrialisierung hat bereits begonnen. Die ersten Einschläge waren in Oberösterreich zu spüren, jetzt sind diese auch in Vorarlberg angekommen.“ Ein Blick auf die Arbeitslosenzahlen würde diesen negativen Trend bestätigen: „Gerade im Bereich Herstellung von Waren ist die Zahl der Beschäftigungslosen in den vergangenen Monaten stark angestiegen.“
Positiv in dieser Phase sei, dass sich die familiengeführten Vorarlberger Unternehmen im Fall der Fälle um sozialverträgliche Lösungen bemühen würden. Ansonsten blickt der IV-Geschäftsführer eher wenig optimistisch in die Zukunft: „Nicht nur auf Vorarlberg, auch auf Österreich und Deutschland sehe ich massive Probleme zukommen. Wenn wir konkurrenzfähig sein wollen, müssen wir jetzt die Ärmel hochkrempeln. Das scheint vielen aber noch gar nicht bewusst zu sein.“
Die Forderungen an die Politik und die Sozialpartner seien bekannt. „Wie ein Mantra beten wir vor, dass die Produktions- und Lohnkosten zu hoch sind. Es braucht zudem mehr Bürokratieabbau und maßvolle Gehaltsabschlüsse.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.