Für Drohne gehalten
Russlands Flugabwehr schießt Hobbypiloten ab
Ein russischer Influencer ist bei Moskau von der Luftabwehr abgeschossen worden – offenbar wurde sein Ultraleichtflugzeug mit einer Drohne verwechselt. Pawel Koschkin und sein Passagier kamen durch diesen Irrtum ums Leben.
Am Freitag in der vergangenen Woche hoben Koshkin und sein Begleiter Vladim in der Nähe von Kolomna, südöstlich von Moskau, ab. Da sich die Ukraine und Russland gegenseitig derzeit verstärkt mit Drohnen angreifen, wurde sein Leichtflugzeug vom Typ Alto NG vermutlich für ein feindliches Fluggerät verwechselt – die Flugabwehr holte es vom Himmel.
Hinterlässt schwangere Ehefrau und Kleinkind
Koshkin besaß eine Privatpilotenlizenz und betrieb einen YouTube-Kanal, der sich dem Fliegen mit Leichtflugzeugen widmete. Er hinterlässt eine schwangere Frau und ein zweijähriges Kind.
Der Hobbypilot teilte seine Abenteuer gerne auf YouTube und Instagram:
Die Absturzstelle liegt laut einem Bericht des unabhängigen russischen Medienunternehmens „Mediazona“ in unmittelbarer Nähe einer Anlage, die Iskander-Raketen produziert. Das dürfte die russische Flugabwehr nervös gemacht haben. Zeugen berichteten von einer lauten Explosion und einer zum Zeitpunkt des Vorfalls am Himmel sichtbaren Rauchsäule.
Kollege: „Pavel flog immer ordnungsgemäß“
Die russischen Behörden bestätigten den Absturz eines Flugzeugs mit zwei Todesopfern, nannten jedoch nicht die Ursache für das Unglück. Der in Frankreich lebende Luftfahrtblogger Igor Volkow erklärte in den sozialen Medien, dass Koshkin stets alle vorgeschriebenen Verfahren eingehalten habe. „Pavel flog immer ordnungsgemäß, unter Einhaltung aller erforderlichen Formalitäten, mit eingeschaltetem Transponder und eingereichtem Flugplan“, erklärte er.
„Dummheit der Soldaten kennen keine Grenzen“
„Doch die Dummheit und Blindheit der Soldaten kennen keine Grenzen. Sie hatten die Drohnen satt, drückten einfach ab – und zwei Menschen verloren ihr Leben“, fügte Volkow hinzu. Der getötete Blogger habe stets Kameras bei seinen Flügen dabei gehabt – doch sein Kollege ist sicher, dass die Aufnahmen des Vorfalls niemals an die Öffentlichkeit gelangen werden.
Die Tragödie ist leider kein Einzelfall: Wie das russische Medium „The Insider“ berichtet, seien seit 2022 mindestens 17 russische Flugzeuge durch Eigenbeschuss zum Absturz gebracht worden.









Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.