Milliarden verpuffen

Großangriff lässt russische Öl-Exporte einbrechen

Wirtschaft
25.03.2026 18:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nachdem Russland wie der große Profiteur des Iran-Krieges ausgesehen hat, musste Moskau nun einen gehörigen Dämpfer hinnehmen: Nach ukrainischen Drohnenangriffen, einer Attacke auf eine Ölpipeline und der Beschlagnahmung von Tankern sind mindestens 40 Prozent der russischen Ölexporte vorerst gestoppt ...

Demnach seien rund zwei Millionen Barrel pro Tag von den Ausfällen betroffen, schreibt Reuters unter Berufung auf eigene Berechnung auf Basis von Marktdaten vom Mittwoch. 

Moskau profitierte finanziell vom Iran-Krieg
Infolge des Iran-Kriegs ist die weltweite Ölversorgung unbeständig. Die Internationale Energieagentur IEA sprach Mitte des Monats von der „größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes“. Das spielte vor allem Moskau in die Hände. Die USA hoben gar Sanktionen gegen Russland auf, um den Ölfluss anzukurbeln – was Milliarden in Wladimir Putins Kriegskassen spülte.

Doch in den vergangenen Tagen landete die Ukraine empfindliche Treffer: Es handle sich um die umfangreichste Unterbrechung der Öllieferungen in der jüngeren Geschichte Russlands, des weltweit zweitgrößten Ölexporteurs. Die Ölförderung ist eine der Haupteinnahmequellen für den Staatshaushalt und von zentraler Bedeutung für die Wirtschaft des Landes.

Die Ukraine hat im März ihre Drohnenangriffe auf die Ölinfrastruktur verstärkt und dabei die drei wichtigsten westlichen Exporthäfen Noworossijsk am Schwarzen Meer sowie Primorsk und Ust-Luga an der Ostsee getroffen.

Das Terminal in Noworossijsk, das bis zu 700.000 Barrel pro Tag abfertigen kann, verlädt seit einem schweren ukrainischen Drohnenangriff Anfang des Monats weniger Öl als geplant.

Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung der Medianpreise für Diesel und Superbenzin in Euro pro Liter von Jänner bis März 2026. Beide Preise steigen ab Ende Februar stark an. Am 23. März liegt Diesel bei 2,189 Euro und Super bei 1,887 Euro pro Liter. Quelle: E-Control.

Russen kritisieren „Terror“
Die ukrainischen Strategen zielen mit den Angriffen auf Pumpstationen und Raffinerien darauf ab, die russischen Öl- und Erdgaseinnahmen zu schmälern, die etwa ein Viertel des Staatshaushalts ausmachen. Russland bezeichnet die gezielten ukrainischen Angriffe als Terror und hat die Sicherheitsvorkehrungen über seine elf Zeitzonen hinweg verschärft.

Schmerzhaft für Russland ist auch der Ausfall der Druschba-Pipeline, die durch die Ukraine führt. Die Ukraine ließ bisher Lieferungen zu, da sie an internationale Transitverträge gebunden ist. Nach ukrainischer Darstellung ist ein Teil der Röhre Ende Jänner durch russische Angriffe beschädigt worden. Die Slowakei und Ungarn, die über diese Pipeline Öl aus Russland bezogen haben, haben die Ukraine aufgefordert, umgehend die Lieferungen wieder zu ermöglichen.

Neben den Drohnenangriffen drosseln Beschlagnahmungen von Tankern mit Russland-Bezug in Europa den Export von arktischem Öl aus dem Hafen Murmansk um 300.000 Barrel pro Tag, wie es aus Händlerkreisen hieß.

Die russischen Ölexporteure versuchen deshalb, sich auf asiatische Märkte zu konzentrieren. Etablierte Routen in dieses Absatzgebiet haben Händlern zufolge jedoch nur begrenzte Kapazitäten. Dennoch liefert Russland weiterhin ununterbrochen rund 1,9 Millionen Barrel pro Tag nach China, unter anderem über die Pipelines Skoworodino-Mohe und Atassu-Alaschankou sowie über den Seeweg aus dem Hafen Kosmino. Zudem werden täglich etwa 250.000 Barrel aus dem fernöstlichen Sachalin verschifft und rund 300.000 Barrel an Raffinerien im benachbarten Belarus geliefert.

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