Die Bundesregierung plant Änderungen bei den Oberstufen. Künftig sollen die Schülerinnen und Schüler öfter wählen können, welche Fächer sie belegen und welche Inhalte sie vertiefen wollen. Derzeit bieten ein solches Modulsystem nur manche Schulen an.
Schulen können aktuell zwischen der herkömmlichen ganzjährigen Form und einer „Semestrierten Oberstufe“ wählen. Bei zweiterem wird ab der 6. Klasse AHS und der 2. Klasse der Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) der Stoff in Module unterteilt. Wer einen Fünfer hat, muss nur das negative Modul wiederholen, nicht das ganze Schuljahr. Schulautonom kann außerdem auf ein Kurssystem umgestellt werden, bei dem sich die Jugendlichen in alternativen Pflichtgegenständen vertiefen oder Module aus höheren Semestern vorziehen können.
Bisher haben sich österreichweit nur 24 AHS für eine „Semestrierte Oberstufe“ entschieden, unter den BMHS sind es 72. Künftig sollen vor allem die AHS mehr Freiräume bekommen, sagte SPÖ-Bildungssprecher Heinrich Himmer. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Idealfall auch bei allen Pflichtgegenständen die Wahl zwischen einem Basismodul und einem Modul zur Vertiefung haben. „Es gibt einen etablierten Fächerkanon, der sollte auch grundsätzlich erhalten bleiben“, wandte Himmer ein.
„Geht nicht ums Leichtermachen“
Es gehe ihm nicht ums Leichtermachen, sagte er weiter. „Das Ziel ist, dass in der Schule meine besonderen Interessen gefördert werden und ich mich spezialisieren kann.“ Organisatorisch sei das Ganze noch „relativ kompliziert“, räumte der Bildungssprecher ein. Erste Schulversuche zur modularen Oberstufe waren in Österreich schon vor mehr als 20 Jahren gestartet worden. Eine flächendeckende Umsetzung scheiterte bisher zweimal, das letzte Mal liegt vier Jahre zurück.
Diesmal will die Regierung das Modulsystem über mehr schulautonome Freiräume in die Breite bringen. Bis März 2027 soll es Begleitmaßnahmen wie pädagogische Konzepte sowie Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften geben. Einige Standorte seien schon sehr weit, hieß es.
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