Teheran verhöhnt Trump

US-Präsident droht, „Hölle losbrechen“ zu lassen

Außenpolitik
25.03.2026 21:21
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die US-Regierung hat dem Iran mit verschärften Angriffen gedroht. Donald Trump sei trotz der Verhandlungen bereit, die „Hölle im Iran losbrechen“ zu lassen. Die neue verbale Eskalation scheint eine Reaktion auf die jüngsten Schmähungen aus Teheran zu sein. 

Wenn der Iran die neue Realität nicht anerkennt, werden die USA härter zuschlagen als je zuvor, wie Regierungssprecherin Karoline Leavitt in Washington erklärte. Trumps Sprachrohr äußerte sich, nachdem der Iran den US-Plan für ein Kriegsende zurückgewiesen hat.

Der Krieg höre auf, „wenn der Iran beschließt, ihn zu beenden – und nicht, wenn (US-Präsident Donald) Trump es will“, erklärte ein iranischer Regierungsvertreter am Mittwoch nach Angaben des Staatssenders Press TV. Eine offizielle iranische Stellungnahme gab es zunächst nicht.

Auch Außenminister Abbas Araqchi, der die Gespräche mit den USA vor dem Krieg angeführt hatte, ließ den „Commander-in-Chief“ auflaufen. „Wir haben nicht die Absicht zu verhandeln – bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich glaube, dass unsere Haltung vollkommen prinzipientreu ist“, sagte Araqchi am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen. Jegliche Gespräche seien lediglich das „Eingeständnis einer Niederlage“, ließ er Richtung Trump ausrichten.

Iranische Staatsmedien verhöhnen US-Präsident Trump – und der lässt sich davon offenbar ...
Iranische Staatsmedien verhöhnen US-Präsident Trump – und der lässt sich davon offenbar beeindrucken ...(Bild: AFP/-)

Was fordern die USA?

  • Die USA fordern in ihrem 15-Punkte-Plan dem Vernehmen nach unter anderem die Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms, einen Stopp der Urananreicherung und der Herstellung ballistischer Raketen sowie eine Wiedereröffnung der Straße von Hormuz.
  • Außerdem solle der Iran seinen Bestand an bereits angereichertem Uran abgeben – und damit Befürchtungen entkräften, die Islamisten in Teheran könnten eines Tages Atomwaffen in ihre Hände bekommen. Im Gegenzug sollen die harten Sanktionen gegen den Iran gelockert werden, wie etwa das „Wall Street Journal“ berichtete.
  • Das US-Portal „Axios“ berichtete, der US-Sondergesandte Steve Witkoff habe Trump gesagt, die Iraner hätten bei mehreren zentralen Punkten zugestimmt – unter anderem seien sie bereit, ihre Bestände an angereichertem Uran aufzugeben.

Das kam in den USA offenbar gar nicht gut an. Leavitt sagte, die Führung in Teheran habe nun die Chance, mit Trump zu kooperieren. Dazu gehöre, das Nuklearprogramm aufzugeben und die USA und ihre Verbündeten nicht weiter zu bedrohen. Trump hatte zuvor von „Verhandlungen und guten Gesprächen“ mit dem Iran gesprochen, ohne ins Detail zu gehen. 

Iran kontert mit eigenen Maximalforderungen
Das „Wall Street Journal“ berichtete zudem über eine Antwort der Iranischen Revolutionsgarden auf den US-Vorstoß, die wiederum zahlreiche Forderungen umfassen soll, denen Washington kaum nachkommen dürfte – darunter etwa die Räumung aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf sowie ein neues System, das es dem Iran erlauben würde, von Schiffen für die Fahrt durch die Straße von Hormuz eine Mautgebühr zu kassieren.

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Es wird geschehen, was wir wollen.

Mullah-Sprecher

Ein Sprecher des Zentralkommandos der iranischen Streitkräfte erklärte laut Nachrichtenagentur Tasnim, die Lage in der Meerenge werde nicht zum vorherigen Zustand zurückkehren: „Es wird geschehen, was wir wollen.“ Allen Schiffen mit Verbindungen zu den USA oder Israel bleibe die Passage untersagt, so der Sprecher. „Die Entscheidung über die Erteilung einer Transitgenehmigung liegt bei uns.“

Zeichen stehen auf Eskalation
Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist von großer strategischer Bedeutung, nicht nur für den Transport von Öl und Flüssiggas. Aktuell ist der Schiffsverkehr wegen iranischer Angriffe und Drohungen praktisch zum Erliegen gekommen, weswegen Öl- und Gaspreise seit Kriegsbeginn vor gut dreieinhalb Wochen stark gestiegen sind.

Das US-Verteidigungsministerium ordnete der „Washington Post“ zufolge die Verlegung von rund 3000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten an. Die „New York Times“ hingegen sprach von rund 2000 Soldaten.

Die US-Spezialkräfte können über feindlichem Gebiet mit Fallschirmen abspringen und wären als Speerspitze eines möglichen Bodeneinsatzes denkbar. Ziel könnte die Einnahme des wichtigsten Ölexport-Hafens des Irans auf der Insel Kharg im Persischen Golf sein. Der Iran könnte dann praktisch kein Öl mehr exportieren. Solch eine Operation wäre höchst komplex und würde die Weltwirtschaft wohl weiter ins Ungleichgewicht bringen.

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