Ölpreis sinkt leicht

USA legen Teheran Plan für Kriegsende vor

Außenpolitik
25.03.2026 07:12
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Von krone.at

Die US-Regierung hat den Machthabern in Teheran Medienberichten zufolge einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet. Unter anderem wird die Herausgabe des angereicherten Urans gefordert.  Irans Militärführung erklärte dazu: Washington verhandle „mit sich selbst“.

Der Iran teilte mit, dass es keinen Deal mit den USA gebe. „Eure (eigenen) Konflikte haben die Stufe erreicht, dass ihr mit euch selbst verhandelt“, sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Khatam al-Anbiya. „Weder werdet ihr in der Region investieren können, noch werdet ihr die früheren Preise für Energie und Öl wiedersehen“, sagte er. Man werde sich nicht mit der US-Regierung arrangieren. „Weder jetzt, noch irgendwann sonst.“

Rauch und Flammen nach einem israelischen Angriff auf Teheran
Rauch und Flammen nach einem israelischen Angriff auf Teheran(Bild: EPA/ABEDIN TAHERKENAREH)

Baldige Waffenruhe unrealistisch
Die widersprüchlichen Aussagen – Zuversicht aus den USA und heftige Dementis aus dem Iran – ließen sich zunächst nicht auflösen. Klar war aber: Eine schnelle Einigung auf eine Waffenruhe scheint eher unrealistisch. Der Iran ist keineswegs besiegt, sondern weiter imstande, Israel wie auch die Staaten im Persischen Golf anzugreifen und die Straße von Hormuz zu blockieren. Teheran dürfte daher die Forderungen des 15-Punkte-Plans kaum erfüllen wollen.

Berichte über den angeblichen US-Vorschlag und ein möglicherweise geplantes Treffen zwischen Vertretern der USA und des Irans unter Vermittlung Pakistans ließen den seit Kriegsbeginn drastisch gestiegenen Ölpreis leicht sinken. Dazu trugen auch zuversichtliche Äußerungen von US-Präsident Donald Trump bei, wonach der Iran angeblich „unbedingt einen Deal abschließen“ wolle. Für die USA seien Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance an Verhandlungen beteiligt, sagte Trump.

Der Iran sieht wohl keinen Grund, auf den Deal einzugehen. Das Mullah-Regime ist keineswegs besiegt, sondern weiter imstande, Israel wie auch die Staaten im Persischen Golf anzugreifen und die Straße von Hormuz zu blockieren. Teheran dürfte daher Washingtons Wunschzettel kaum erfüllen wollen.

Trump mit seiinem Vizepräsident JD Vance
Trump mit seiinem Vizepräsident JD Vance(Bild: AFP/ANNABELLE GORDON)

Iran kontert mit eigenen Maximalforderungen
Das „Wall Street Journal“ berichtete zudem über eine Antwort der Iranischen Revolutionsgarden auf den US-Vorstoß, die wiederum zahlreiche Forderungen umfassen soll, denen Washington kaum nachkommen dürfte – darunter etwa die Räumung aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf sowie ein neues System, das es dem Iran erlauben würde, von Schiffen für die Fahrt durch die Straße von Hormuz eine Mautgebühr zu kassieren.

Was die USA für Frieden fordern
Die USA fordern in ihrem 15-Punkte-Plan dem Vernehmen nach unter anderem die Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms, einen Stopp der Urananreicherung und der Herstellung ballistischer Raketen sowie eine Wiedereröffnung der Straße von Hormuz. Außerdem solle der Iran seinen Bestand an bereits angereichertem Uran abgeben – und damit Befürchtungen entkräften, die Islamisten in Teheran könnten eines Tages Atomwaffen in ihre Hände bekommen. Im Gegenzug sollen die harten Sanktionen gegen den Iran gelockert werden, wie etwa das „Wall Street Journal“ berichtete.

„Axios“ berichtete, der US-Sondergesandte Steve Witkoff habe Trump gesagt, die Iraner hätten bei mehreren zentralen Punkten zugestimmt – unter anderem seien sie bereit, ihre Bestände an angereichertem Uran aufzugeben. Offiziell heißt es aus Teheran indes, dass von Verhandlungen mit den Amerikanern überhaupt keine Rede sein könne.

Die Medienberichte unter Berufung auf informierte US-Beamte ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zudem blieb offen, wie Israel als wichtige Kriegspartei und Waffenpartner der USA zu einem möglichen Waffenruheabkommen mit dem Erzfeind steht.

Pentagon verlegt Luftlande-Kräfte in Nahen Osten
Das US-Verteidigungsministerium ordnete der „Washington Post“ zufolge die Verlegung von rund 3000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten an. Die „New York Times“ hingegen sprach von rund 2000 Soldaten. Die US-Spezialkräfte können über feindlichem Gebiet mit Fallschirmen abspringen und wären als Speerspitze eines möglichen Bodeneinsatzes denkbar.

Zwar soll es noch keine Entscheidung darüber geben, ob im Iran tatsächlich Bodentruppen eingesetzt werden. Die Verlegung der Soldaten eröffne Trump aber in jedem Fall zusätzliche Handlungsmöglichkeiten, befand das „Wall Street Journal“.

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