Wien wächst weiter und wird gleichzeitig auch immer älter. Daher werden jetzt auch dringend mehr Pflegekräfte gebraucht. Damit die Lücke nicht noch größer wird, braucht es viel mehr Menschen für diesen Beruf. Mit dem neuen Caritas-Ausbildungszentrum im 9. Bezirk soll das Rennen gegen die Zeit doch noch gewonnen werden.
Die gute Nachricht zuerst: noch nie waren so viele Menschen im Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich beschäftigt wie jetzt. Die schlechte Nachricht: es sind immer noch viel zu wenig. Konkret fehlen in ganz Österreich 75.000 Pflegekräfte bis zum Jahr 2030. Alleine in Wien sind es 9000 zu wenig. Doch es ist ein Rennen gegen die Zeit.
Denn aktuell beziehen bereits mehr als 500.000 Menschen in unserem Land Pflegegeld. Laut aktuellen Prognosen wird sich die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Österreich aber bis 2050 mehr als verdoppeln: auf mehr als eine Million.
Mittwochvormittag wurde das neue Caritas-Ausbildungszentrum Seegasse im 9. Bezirk eröffnet. Damit die Pflege nicht selbst zum Pflegefall wird. Menschen ab 17 Jahren sollen dort gezielt für Pflege- und Sozialbetreuungsberufe ausgebildet werden. Mit dabei waren Caritasdirektor Klaus Schwertner, AMS-Chef Johannes Kopf, waff-Geschäftsführer Marko Miloradović, Daniela Rohm, Leiterin Schulen und Ausbildung bei der Caritas Wien und der stellvertretende Bildungsdirektor Arno Langmeier.
„Es ist eine Mammutaufgabe. Noch konnten nicht ausreichend Menschen für den Beruf gewonnen werden“, so Schwertner. Die neu renovierte Schule soll daher ein „mutmachendes und starkes Signal“ sein. Ein „Ort als Antwort auf den Fachkräftemangel im Pflege- und Sozialbereich“. Gleichzeitig appelliert der Caritasdirektor an die Politik, im Engagement für die Pflege nicht nachzulassen. Bis zu 350 Ausbildungsplätze werden am Alsergrund für die Berufe Pflegeassistent und Heimhilfe angeboten.
Wer hier abschließt, wird am Arbeitsmarkt dringend gebraucht. Die Schüler Tanja (26), Laura (35) und Filip (20) drücken seit Oktober 2025 wieder die Schulbank und sind im Pflegeassistenz-Lehrgang. Viele Teilnehmer sind 40 Jahre und älter. Arbeitsstiftungen von AMS und waff, Pflegestipendien, das Wiener Ausbildungsgeld und weitere Unterstützungen ermöglichen aktuell die Deckung von Ausbildungs- und Lebenshaltungskosten. Fünf sogenannte „Skill-Labs“ bieten eine realitätsnahe Simulation im Pflege- und Betreuungssetting.
„Ich liebe alles, was mit Menschen zu tun hat“
„Ich liebe alles, was mit Menschen zu tun hat. Das habe ich bereits in meiner Arbeit im Einzelhandel gemerkt“, erzählt Tanja Lesmeister begeistert. Sie hat schon ihr erstes Praktikum in der Langzeitpflege hinter sich und ist jetzt voll motiviert.
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