Der österreichische Schriftsteller Ernst Molden, der Ende April ein neues Album mit Musiker Christopher Seiler veröffentlichen wollte, hat am Mittwochabend sein Schweigen gebrochen und sich erstmals zu den Vorwürfen gegen seinen Kollegen geäußert. Kurz vor dem Vorfall hatten die beiden noch gemeinsam einen Videoclip gedreht.
„Die Frau hat ihn völlig zu Recht angezeigt. Er hat sowohl bei der Einvernahme als auch uns gegenüber alles zugegeben und sich entschuldigt“, schreibt Molden auf Facebook. Den Vorfall bezeichnet er als „furchtbar“. Er glaube Seiler zwar, dass er bereue, wünsche sich aber, „dass er sein Leben ordnet und das g’schissene Gift darin loswird“.
Molden bestätigt in seinem Posting, dass der Übergriff nach den Dreharbeiten im Wiener Prater passiert sei. „Christopher hat gegenüber einer Frau einen Übergriff begangen, indem er sie gegen ihren Willen zum Konsum von Kokain nötigen wollte.“ Der Fall liege nun bei der Staatsanwaltschaft.
Zweites Album gestoppt
Das zweite gemeinsame Album sei eigentlich fertig und „richtig schön“, werde aber entgegen der ursprünglichen Planung nicht Ende April erscheinen. „Wir wollen es nicht in dieser im Augenblick tobenden öffentlichen Schlacht herausbringen, wo in der Hitze des Gefechts alles verzerrt wird. Wir wollen Zeit vergehen lassen und Entwicklungen beobachten“, erklärt Molden. Geplante Konzerte werde er vorerst mit dem Frauenorchester spielen. Er hoffe, „dass Christopher auf einem guten Weg ist“.
Ermittlungen nach Anzeige
Am 15. März war bekannt geworden, dass gegen den Austropopstar ermittelt wird, nachdem eine Frau Anzeige erstattet hatte. Seiler reagierte zunächst mit einem Instagram‑Posting, in dem er davon sprach, „mit Dämonen zu kämpfen“. Drei Tage später folgte ein Video, in dem der Musiker von seinem „unentschuldbaren Verhalten“ sprach. „Man geht zu keiner Person, egal in welchem Zustand, nimmt sie so und schmiert ihr dann Kokain auf die Lippen.“ Gewaltanwendung oder einen sexuellen Übergriff bestreitet er.
Seiler betont, er werde die Konsequenzen tragen. „Halte ich den Kopf hin für die Strafe? Absolut. Gehört alles mir.“ Er habe gelernt, für Fehler geradezustehen und wolle dazu beitragen, dass das Erlebte für die betroffene Frau „erleichtert wird zum Verarbeiten“.
„Kein heroischer Akt“
In der Musikszene und bei vielen Followern des Stars stößt seine öffentliche Entschuldigung jedoch nicht überall auf Zustimmung. Die Poxrucker Sisters erklärten auf Instagram, es sei „kein heroischer Akt“, sich nach einem übergriffigen Vorfall öffentlich zu entschuldigen. Das sei „bare minimum“. Die wahren Heldinnen seien die Frauen, die Übergriffe trotz drohender Anfeindungen melden.
Auch die Fendrich‑Familie reagierte kritisch. Florian Fendrich, Sohn von Austropop‑Legende Rainhard Fendrich, kommentierte „was wirklich passiert ist“ mit einem deutlichen Schimpfwort.
Christopher Seiler ist Teil des erfolgreichen Duos Seiler & Speer, bekannt durch Hits wie „Ham kummst“, „Ala bin“ und „Principessa“. Erst Anfang März wurden sie mit zwei Amadeus Awards ausgezeichnet. Für Seiler gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
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