Sorge in Österreich

Briten denken jetzt über Sprit-Rationierungen nach

Wirtschaft
17.03.2026 13:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Experten warnen: Wenn die Öl- und Gasversorgung aus dem Nahen Osten weiter blockiert bleibt, könnten Rationierungen an den Tankstellen Realität werden. Schon jetzt steigen die Preise rasant, und die Unsicherheit über die Versorgung lässt nicht nur Autofahrer zittern, sondern auch die Politik reagieren. Erste konkrete Überlegungen soll es bereits in Großbritannien geben, aber auch in Österreich droht ein solches Szenario.

Der britische Schatzminister Dan Tomlinson hat am Dienstag gegenüber der „Daily Mail“ eingeräumt, dass „eine Treibstoffrationierung nicht ausgeschlossen werden kann“, während die globale Ölversorgung unter massivem Druck steht. Rund ein Fünftel des weltweiten Öls passiert die Straße von Hormuz, die nach den US- und israelischen Angriffen auf Iran faktisch blockiert ist.

Triage im Energiebereich droht
Auch Energieexperten wie Nick Butler warnen, dass die Schließung der Meerenge zu einem globalen Öl-„Mangel“ innerhalb von Wochen führen könnte. Butler betonte gegenüber der BBC: „Ich denke, es bedeutet eine Form der Rationierung. Wir müssen zunächst die entscheidenden Sektoren, Gesundheitswesen, Lebensmittelversorgung und Krankenhäuser, schützen. Danach entscheidet die Regierung, wie das verbleibende Öl verteilt wird.“

Die Karte zeigt die wichtigsten Öl- und Gasfelder, Raffinerien und Pipelines im Persischen Golf. Die meisten Öl- und Gasfelder sowie Raffinerien liegen in Saudi-Arabien, Kuwait, Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Straße von Hormuz ist als zentrale Exportroute für Schiffe hervorgehoben. Quelle: APA.

Lieferketten destabilisiert, jetzt könnte es knapp werden
Wie der „Guardian“ berichtet, ist der Preis für Brent-Öl auf 103,2 Dollar (89,64 Euro) pro Barrel gestiegen – und liegt damit fast 50 Prozent höher als vor Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Angriffe auf Gas- und Ölfelder in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Irak haben die Lieferketten weiter destabilisiert. Besonders betroffen ist das Shah-Gasfeld in den UAE, das nach einem Drohnenangriff seine Produktion einstellen musste.

Analysten warnen, dass Diesel, Jet Fuel und Heizöl knapp werden könnten, während Länder in Asien bereits Notmaßnahmen wie Stromsperren und verkürzte Arbeitszeiten – wie etwa die Vier-Tage-Woche in Sri Lanka – einführen, um Energie zu sparen.

Kaum etwas geht mehr durch die Straße von Hormuz – das Transport-Nadelöhr lähmt die ...
Kaum etwas geht mehr durch die Straße von Hormuz – das Transport-Nadelöhr lähmt die Weltwirtschaft durch die iranische Blockade.(Bild: AFP/-)

OMV ruft nach Steuersenkung
Auch Österreich spürt die Krise: OMV-Chef Alfred Stern erklärte im Ö1-Interview am Samstag, dass die hohen Treibstoffpreise durch weltweite Mangellagen getrieben werden. „Nur eine Steuersenkung kann derzeit spürbare Entlastung bringen“, so Stern.

Er wies darauf hin, dass bei einem Liter Superbenzin rund 90 Cent auf Steuern entfallen, während die OMV lediglich 25 Cent für den gesamten Produktions- und Lieferprozess verbleiben. Staatliche Eingriffe wie Preisdeckel oder Margenbeschränkungen würden die Versorgungssicherheit gefährden.

Politik mit Lösungsvorschlägen auf keinem grünen Zweig
Politisch wird überlegt, wie man auf die steigenden Weltmarktpreise reagieren kann: Die FPÖ fordert Steuersenkungen auf Treibstoffe, während die SPÖ eine Spritpreisbremse fordert, die sowohl Versorgungssicherheit als auch leistbare Preise sicherstellen soll.

Während Großbritannien über mögliche Rationierungen diskutiert, stehen Österreichs Verbraucher und Unternehmen ebenfalls unter Druck, weil die internationale Lage die heimischen Preise weiter in die Höhe treibt.

US-Berater: Tanker passieren bald wieder 
Während US-Präsident Donald Trump die europäische Zurückhaltung bei der Sicherung der Straße von Hormuz kritisierte. Laut seinem Berater Kevin Hassett sollen erste Tanker nun wieder passieren können, doch der iranische Außenminister Abbas Araqchi betont, dass die Blockade bis Kriegsende bestehen bleibe.

Für Großbritannien bedeuten das: Rationierungen stehen weiterhin auf der Agenda – und Österreich beobachtet die Entwicklungen mit Sorge.

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