Der Tankrabatt, der in Deutschland seit Mitternacht gilt, hat die Spritpreise am Freitagmorgen deutlich sinken lassen (siehe Video oben). Superbenzin der Sorte E10 lag um 8 Uhr im bundesweiten Schnitt unter der Zwei-Euro-Marke. Das führte dazu, dass sich lange Schlangen bei den Tankstellen in unserem Nachbarland bildeten.
Teilweise lag auch der Preis für Diesel unter der Zwei-Euro-Marke, wie aus den Tankstellen-Apps des ADAC hervorgeht. In Städten wie München, Berlin und Hamburg rutschten die Preise für Super teilweise unter 1,90 Euro pro Liter. Die Rückgänge fallen damit allerdings geringer aus als der Steuerrabatt von 16,7 Cent pro Liter. „Die Senkung der Energiesteuer ist also bisher erst zum Teil an den Zapfsäulen angekommen“, sagte eine ADAC-Sprecherin.
Ein Grund dafür dürfte sein, dass sich in den Tanks vieler Tankstellen derzeit noch Kraftstoff befindet, der nach den alten Steuersätzen abgerechnet wurde. Entscheidend ist nicht der Verkauf an der Tankstelle, sondern der Moment, in dem der Kraftstoff das Tanklager beziehungsweise die Raffinerie verlassen hat. Der Automobilklub ADAC rechnet jedoch damit, dass die Preise weiter fallen werden. Das habe auch damit zu tun, dass der Ölpreis wieder rückläufig sei.
Bereits am Freitag lockten die gefallenen Spritpreise laut deutschen Medien viele Autofahrerinnen und Autofahrer an. „Ich habe gleich zwei 20-Liter-Kanister mitgebracht. Die fülle ich jetzt auf Vorrat“, sagte etwa ein 19-Jähriger aus Potsdam zur „Bild“. „Heute tanke ich mal wieder voll“, kündigte auch ein 54-Jähriger an. Andere Kundinnen und Kunden meinten hingegen, dass der Tankrabatt nicht viel bringe und eigentlich die Ölkonzerne für die Preisreduktion zuständig seien, nicht der Staat.
Ministerin: „Werden genau hinschauen“
„Das Bundeskartellamt hat nach unserem ersten Maßnahmenpaket bessere Instrumente als je zuvor und erste Untersuchungen aufgenommen. Wenn es Anzeichen für eine Nichtweitergabe der Steuersenkung gibt, erwarte ich unverzügliche Maßnahmen“, sagte Deutschlands Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Unabhängige Akteure wie die Monopolkommission oder das Ifo-Institut würden genau hinschauen und die Ergebnisse transparent machen.
Tatsächlich ist die Ersparnis durch den Tankrabatt pro Auto überschaubar. Ein durchschnittlicher Diesel wird laut Kraftfahrt-Bundesamt pro Jahr rund 17.000 Kilometer gefahren. Mit einem typischen Verbrauch von 7 Litern auf 100 Kilometer ergibt der Rabatt – sofern er komplett ankommt – rechnerisch eine Ersparnis von rund 33 Euro in den zwei Monaten. Bei einem Benziner sind es rund 9.500 Kilometer im Jahr – bei einem typischen Verbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer spart der Rabatt rechnerisch gut 21 Euro in zwei Monaten. Der Tankrabatt wurde lediglich für Mai und Juni beschlossen.
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