Vorzeitige Entlassung

Verurteilter Sexualtäter schon wieder vor Gericht

Vorarlberg
02.05.2026 06:00
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Zehn Monate nach seiner vorzeitigen Haftentlassung vergewaltigte ein 21-Jähriger aus dem Bezirk Dornbirn (Vorarlberg) mehrmals eine junge Frau. Nun musste er sich am Landesgericht Feldkirch verantworten. 

Mit gesenktem Blick wird der 21-jährige Angeklagte aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal geführt. Die Vorwürfe gegen den harmlos wirkenden Mann – schockierend! Laut Anklage soll er im vergangenen Herbst eine junge Frau mehrfach sexuell missbraucht haben – „dreimal oral, einmal vaginal“, wie es nüchtern heißt. Die gesundheitlichen Folgen für das 18-jährige Opfer: Blutungen, Rippenprellung, Schmerzen am Hals und ein Trauma. Für die Staatsanwaltschaft ist klar: „Der letzte Übergriff war der schlimmste.“

Kennengelernt hatte die damalige Schülerin den Angeklagten über soziale Medien. Man schrieb sich, redete über Probleme, tauschte sich aus. Als eine Art Seelenverwandter gelang es dem Mann im Laufe weniger Wochen ein Vertrauensverhältnis zu der jungen Frau aufzubauen. Die 18-Jährige verliebte sich. Was folgte, ist ein Geflecht aus Vertrauen, Manipulation und Angst. Ein erstes Treffen verläuft ruhig. Doch beim zweiten kippt die Sache. Er zwingt sie in seiner Wohnung zum Oralverkehr. Als sich die Frau weigert, versetzt er ihr mehrere Ohrfeigen. Danach: Zärtlichkeiten und Beschwichtigungen.

Auch beim zweiten sexuellen Missbrauch verläuft es nicht anders. „Er redete ihr ein, das sei normal. Ein perfides Spiel“, so die Staatsanwältin. Denn bei einem weiteren Treffen mit ihm stürzt er sich auf sein Opfer und vergewaltigt es.

Im Krankenhaus stellen die Ärzte schließlich die massiven Verletzungen fest. Der Mann wird angezeigt. Besonders brisant: Ein vom Opfer aufgezeichnetes Telefonat, in dem der Angeklagte selbst sagt: „Ich sehe es ein. Das war scheiße von mir. Es tut mir leid, dass ich nicht auf dein Nein reagiert habe.“ Für die Staatsanwaltschaft ein klares Geständnis. Doch die Verteidigung kontert: „Ich wusste, dass dieser Satz kommt.“ Das Geständnis sei erzwungen worden, unter massivem Druck, über stundenlange Gespräche. Er nennt die Anzeige „einen Racheakt“. Die Chats würden eine einvernehmliche Beziehung mit „härterer Gangart“ zeigen. Dann die Wendung: Zwei Freundinnen sagen aus, der Angeklagte habe die Tat sogar angekündigt. Die junge Frau habe Angst gehabt.

Rascher Rückfall
Nach mehrstündiger Beratung spricht die vorsitzende Richterin des Schöffensenats, Sabrina Tagwercher, den Mann schuldig im Sinne der Anklage und verhängt sechseinhalb Jahre Haft. Dazu kommen drei Monate aus der widerrufenen bedingten Entlassung. Dem Opfer spricht die Frau Rat 6000 Euro Schmerzensgeld zu. Lediglich der Umstand, dass der Angeklagte bei den Taten unter 21 Jahre alt war, wertet das Gericht als Milderungsgrund. Dagegen spricht eine einschlägige Vorstrafe, der rasche Rückfall und die Vielzahl an Übergriffen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

8° / 22°
Symbol heiter
10° / 26°
Symbol heiter
9° / 25°
Symbol heiter
9° / 25°
Symbol heiter
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung