Trotz Gewichtsverlusts

Tierärztin: „Timmy sieht wieder viel besser aus“

Ausland
27.04.2026 18:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor fast einem Monat ist der Buckelwal „Timmy“ vor der Insel Poel bei Wismar gestrandet. Am Montag bekam er Tücher mit Zinksalbe auf den Rücken gelegt, die die geschädigte Haut heilen sollen. Laut Einschätzung der Tierärztin Kirsten Tönnies muss er dringend von der Sandbank herunter.

Zunächst hatte sie noch gesagt, dass es dem Buckelwal viel schlechter gehe und er abbaue. Daher dürfe man ihn auch nicht überbeanspruchen. Fachleute hatten ebenfalls schon gesagt, dass wiederholte Strandungen auf ein ernsthaftes Gesundheitsproblem hindeuteten und eine Bergung Verletzungsrisiken berge.

Nur kurze Zeit später sei aber die Entwarnung gefolgt, wie die „Bild“ am Montagnachmittag online berichtete. „Timmy“ wirke deutlich vitaler. Er sehe „viel besser“ aus und bewege sich gut, sagte Tönnies. Trotz deutlichen Gewichtsverlusts habe er noch Reserven. Das vier bis sechs Jahre alte Männchen atmet flach, aber regelmäßig. Zum Luftholen muss es den Kopf leicht anheben. Das Maul des Meeresbewohners ist allerdings durch ein Fischernetz verletzt, er hat Wasser in der Lunge und eine geschädigte Haut vom salzarmen Wasser der Ostsee.

Die Helfer arbeiten laut Einsatzleiter seit Tagen am Limit.
Die Helfer arbeiten laut Einsatzleiter seit Tagen am Limit.(Bild: AFP/DANNY GOHLKE)
Die Pläne, wie Buckelwal „Timmy“ befreit werden soll, ändern sich immer wieder.
Die Pläne, wie Buckelwal „Timmy“ befreit werden soll, ändern sich immer wieder.(Bild: AFP/DANNY GOHLKE)

Zu Fahrrinne gedreht
Der Abtransport von „Timmy“ war zuletzt für Dienstag geplant (siehe Video oben). Seit dem Start der privaten Rettungsinitiative kam es aber wiederholt zu Verzögerungen und Planänderungen, unter anderem, weil der Wal sich vor einer Woche nach einem Ansteigen des Wasserpegels selbst in Bewegung gesetzt hatte, später aber wieder festsaß. Daher hat das Team eine Rinne bis zur tieferen Fahrrinne gebaggert, gesaugt und gespült. Am Montagnachmittag hieß es, dass sich der Wal so gedreht habe, dass er perfekt liege.

Damit der Plan funktioniert, muss das Tier mitmachen.
Damit der Plan funktioniert, muss das Tier mitmachen.(Bild: AFP/DANNY GOHLKE)

Bei der Verladung soll ein breiter, flexibler Gurt zum Einsatz kommen, um „Timmy“ kontrolliert zu lenken. „So viel Druck wie nötig, so wenig wie möglich“, sagte Tönnies. Man werde das Tier weder antreiben noch stark ziehen. Nach ihrer Einschätzung stehen die Chancen gut, dass das Vorhaben gelingt. Der Buckelwal soll durch die Rinne in einen absenkbaren Kahn gelotst werden. Anschließend soll das stählerne Becken von einem Schlepper gezogen in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee starten.

„Gefahr, dass er in Panik ausbricht“
Der Rettungsplan funktioniere nur, wenn der Wal „kooperiere“ und mitmache, sagte Fachmann Fabian Ritter. „Es besteht Gefahr, dass der Wal in Panik ausbricht.“ Abrupte Bewegungen könnten die Helferinnen und Helfer gefährden. Viele von ihnen würden bereits seit Tagen am Limit arbeiten, sagte Einsatzleiter Oliver Bartelt. „Die menschliche Ressource neigt sich dem Ende zu.“ Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) werde am Mittwoch abreisen. Was danach passiere, müsse man sich erst anschauen.

Unterdessen gab es gute Nachrichten zur Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert. Sie liegt nicht mehr im Koma, ihr Zustand sei jedoch weiterhin ernst, teilte ihr Praxisteam mit. Bar-van Gemmert war vergangene Woche nach Kreislaufsymptomen und Schlaganfall-Auffälligkeiten notoperiert worden.

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