Andere Behandlung

HPV löst nur Hälfte von Vulva- und Peniskrebs aus

Wissen
16.03.2026 16:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

HPV (Humane Papillomviren) sind nicht der einzige Auslöser von anogenitalem Krebs wie Vulva- und Peniskrebs. Während HPV für 95 Prozent der Karzinome am Gebärmutterhals und Anus verantwortlich ist, ist es bei Vulva- und Peniskrebs nur etwa die Hälfte. Bei diesen Arten gibt es einen Zusammenhang mit Dermatosen und anderen Autoimmunerkrankungen.

Entzündungen der Haut treten sehr häufig mit Autoimmunerkrankungen auf, wie beispielsweise der Hashimoto-Schilddrüsenentzündung, der Weißfleckenkrankheit Vitiligo oder Schuppenflechte. Auch Menschen, deren Immunsystem durch andere Ursachen geschwächt ist, haben ein höheres Risiko für Vula- und Peniskarzinome. „Besonders wichtig ist, dass diese Dermatosen, die primär unangenehmen Juckreiz und Schmerzen auslösen, rasch behandelt werden sollten, denn leitliniengerechte Therapie der Dermatosen verringert das Krebsrisiko“, sagte Dermatopathologin Sigrid Regauer von der Med Uni Graz. Die Dermatopathologie ist ein Teilgebiet der Dermatologie und Pathologie, das sich mit der Diagnostik von krankhaften Veränderungen der Haut beschäftigt.

Zudem sei es wichtig, Hautkrankheiten regelmäßig kontrollieren zu lassen. Zwei Drittel der HPV-negativen Vulva- und Peniskarzinome entstehen auf dem Boden von Entzündungen der Haut. Am Gebärmutterhals sind Karzinome, die nicht durch HPV ausgelöst werden, deutlich seltener. Erst in den vergangenen zehn Jahren wurden diese Fälle dokumentiert. „Generell unterscheidet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Anogenitalbereich, der umfasst Gebärmutterhals, Anus, Penis und Vulva, zwischen HPV-induziertem und HPV-unabhängigen Krebs. Während die HPV-assoziierten Karzinome als Spätfolge einer sexuell übertragenen HPV-Infektion gelten, sind die Ursachen für die HPV-negativen Karzinome noch nicht gänzlich verstanden“, sagte Regauer.

Langsames vs. schnelles Fortschreiten
Die Unterscheidung sei wichtig für die Behandlung der Patientinnen und Patienten. HPV-unabhängige Krebserkrankungen würden sich viel schneller entwickeln als HPV-induzierte. So liegen beim HPV-induzierten Krebs zwischen der Infektion, Entwicklung von Krebsvorstufen und dem Fortschreiten zum invasiven Karzinom oft viele Jahre bis Jahrzehnte. Das ermöglicht neben der chirurgischen Entfernung und Lasertherapie auch zeitintensive Therapieansätze.

Gegen HPV beugt die Impfung vor, die in Österreich für Neun- bis 21-Jährige kostenlos angeboten wird. Bis vor Kurzem umfasste das Angebot auch 21- bis 30-Jährige. Die Impfung schützt vor HPV-ausgelösten Karzinomen an Gebärmutterhals, Scheide, Vulva, Penis, Anus, Rachen und Kehlkopf.

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