Drohnen über Reaktor

Selenskyj wirft Kreml „nuklearen Terrorismus“ vor

Außenpolitik
26.04.2026 23:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ordentlich gegen Russland ausgeteilt.

Mit dem Einmarsch in der Ukraine im Februar 2022 habe Moskau „die Welt erneut an den Rand einer menschengemachten Katastrophe“ gebracht, erklärte Selenskyj am Sonntag in einem Onlinedienst. Russische Drohnen flögen immer wieder über Tschernobyl hinweg, eine habe im vergangenen Februar die Schutzhülle getroffen.

„Die Welt darf diesen nuklearen Terrorismus nicht weiter zulassen“, betonte Selenskyj. „Der beste Weg ist, Russland zu zwingen, seine rücksichtslosen Angriffe zu beenden“, fügte er hinzu.

Teil der Zeremonie war auch der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael ...
Teil der Zeremonie war auch der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Mariano Grossi (rechts).(Bild: AFP/SERGEI SUPINSKY)

Der Super-GAU, der größte anzunehmende Unfall, am 26. April 1986 war die schlimmste zivile Nuklearkatastrophe der Geschichte. In der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geriet ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. Doch trafen sie neben der Nordukraine vor allem das benachbarte Belarus und auch den Westen Russlands. Monatelang sonderte die offen daliegende Atomruine Strahlung in die Umgebung ab.

Die erste öffentliche Warnung erfolgte erst zwei Tage nach der Explosion, als Schweden einen Anstieg der Strahlungswerte auf seinem Territorium registrierte. Schätzungen über die Zahl der Todesopfer gehen weit auseinander. Die Tschernobyl-Katastrophe weckte international große Ängste vor der Atomkraft. Experten gehen von Zehntausenden Todesfällen aus. Über 100.000 Menschen wurden aus den radioaktiv belasteten Gebieten der 30-Kilometer-Sperrzone um das inzwischen stillgelegte Kraftwerk zwangsumgesiedelt.

Russland verstärkt Angriffe in der Ostukraine
Während Kiew der Katastrophe gedachte, hat das russische Militär am Sonntag seine Angriffsbemühungen im Osten der Ukraine verstärkt. Der Generalstab in Kiew teilte mit, dass im Tagesverlauf insgesamt 161 bewaffnete Zusammenstöße von den Frontlinien gemeldet worden seien. Die meisten Angriffe erfolgten bei Pokrowsk, dort seien 39 russische Angriffe registriert worden. Bei Huljajpolje im südukrainischen Gebiet Saporischschja versuchten russische Truppen 24 Mal, die ukrainischen Stellungen zu durchbrechen.

Bei Kostjantyniwka am Rande des Donbass habe es 15 Gefechte gegeben, teilte die Generalität in Kiew in ihrem Lagebericht mit. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden. Der ukrainische Armeechef Olexander Syrskyj sprach am Sonntag bei einem Treffen mit der kanadischen Oberbefehlshaberin Jenny Carignan von verstärkten offensiven Anläufen der russischen Streitkräfte praktisch entlang der gesamten Frontlinie.

Russland führt seit über vier Jahren einen Offensivkrieg gegen die Ukraine. Bisher haben die russischen Streitkräfte knapp ein Fünftel des Territoriums des Nachbarlandes besetzt. Seit Monaten gibt es an den Fronten kaum Bewegung, Russland hat mit hohen Verlusten an Personal nur geringe Erfolge vorzuweisen.

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