„Oma, steig auf!“
Ukraine: Roboter holt Seniorin aus Granatenhagel
Auf zwei Krücken gestützt war eine Frau (77) auf der Flucht. Ihr Haus im Frontgebiet war vom russischen Granatenhagel zerstört worden. Die ukrainische Armee setzte eine ungewöhnliche Rettungsaktion in Gang.
Auf ihre Stöcke gestützt, ging die Ukrainerin Antonia Horuzha eine von Kratern übersäte Straße in einem Dorf nahe der Stadt Lyman entlang. Immer wieder musste sie stehen bleiben, um Atem zu schöpfen. Da erspähte sie eine Drohne, gesteuert aus einem Bunker wenige Kilometer entfernt. Die Piloten entschieden, die Frau aus dem hart umkämpften Frontgebiet zu holen.
„Oma, steig auf!“
Sie schickten einen ferngesteuerten Roboter. Um die Maschine weniger bedrohlich erscheinen zu lassen, breiteten sie eine Decke darüber. Auf einer Fußmatte daneben schrieben sie groß die Anweisung: „Oma, steig auf!“
Ein vom 3. Armeekorps der Ukraine veröffentlichtes Video zeigt die Rettungsaktion: Die Seniorin zögert zunächst und steigt dann auf. Aus der Vogelperspektive checken die Soldaten noch, dass ihre Füße ja nicht den Asphalt berühren, bevor sich der Roboter in Bewegung setzt.
Zwei Stunden lang dauerte die Fahrt unter ständigem Beschuss. Schließlich erreichte der Roboter eine Evakuierungstelle, wo Soldaten die Frau in Empfang nahmen. Kurz konnte sie sich zusammen mit drei anderen geretteten Zivilisten in einem Unterschlupf erholen, bevor sie mit einem Armeetransporter endgültig in Sicherheit gebracht wurden.
Im ukrainischen Fernsehen erzählte die Frau von der Rettungsaktion:
„Habe jedes Gebet aufgesagt, das ich kenne“
Später schilderte die 77-Jährige ihren holprigen Ritt auf dem Roboter, gegenüber dem ukrainischen Sender TSN. „Ich dachte mir: ,Lass ihn ruckeln, egal wie, ich fahre.“ Während der Fahrt weinte und betete sie viel. „Ich habe jedes Gebet aufgesagt, das ich kenne“, erzählte Antonina Horuzha, die 53 Jahre in ihrem Haus gelebt hatte, bevor es zerstört wurde. „Durch Gottes Gnade habe ich überlebt.“
Schon mehrmals hat die Ukraine Roboter im Verteidigungskampf gegen Russland erfolgreich eingesetzt. Diese Operation war aber die erste erfolgreiche Rettung einer Zivilperson mit einem unbemannten Bodenfahrzeug (UGV).









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