„Krone“-Kommentar

Hormuz und die Welt-Unordnung

Kolumnen
30.04.2026 20:00

Der Iran hat mit der „Entdeckung“ der Straße von Hormuz als „wirtschaftliche Atombombe“ und Welterpressungswaffe einen Wendepunkt in der Weltordnung gesetzt wie Adam und Eva im Sündenfall. Dabei ist diese Meerenge nicht einmal der ärgste Würgegriff an der Weltwirtschaft. Eine Schließung der Straße von Taiwan würde einen regelrechten Infarkt der Weltwirtschaft auslösen.

Schlechte Beispiele machen rasch Schule. So wollen die Mullahs künftig Maut kassieren. US-Präsident Donald Trump hatte anfangs sogar zugestimmt, wollte die Einnahmen aber teilen – bis er von Außenminister Marco Rubio blitzschnell „zurückgedreht“ wurde.

 Auch Indonesiens Verteidigungsminister hat rasch eine Mautregelung für die Straße von Malakka ins Gespräch gebracht, Chinas wichtigste Nabelschnur seiner Wirtschaft. Malaysia und Singapur haben aber sofort abgelehnt. Die haben schon mit gewöhnlichen Piraten alle Hände voll zu tun.

Laut UNO-Seerechtsabkommen von 1982 – welches weder vom Iran noch von den USA ratifiziert wurde – gilt für alle Nadelöhre der Welt zwischen zwei natürlichen Ufern die freie Durchfahrt (daher auch für den Bosporus mit Spezialabkommen). Wenn sich das Mautbegehren des Iran durchsetzt, fällt die freie Schifffahrt der Welt zurück ins Mittelalter, als Dänemark den „Sundzoll“ für die Durchfahrt zwischen Nord- und Ostsee kassierte und reich wurde. Es gibt viele solcher „Straßen“.

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