Schärferes Gesetz

Neue Wolfsverordnung ein Schuss ins Leere?

Steiermark Newsletter
10.03.2026 10:58

Der Wolf ist seit Jahrhunderten Projektionsfläche: gefürchtet und gehasst, romantisiert und beschützt. Beides mit einer Vehemenz, die sachlichen Argumenten leider oft wenig Raum lässt.

Ja, der Wolf ist in Österreich etabliert und wird sich weiter ausbreiten – das ist Faktum, kein Deutungsangebot. Nein, ein Abschussmanagement ist aus populationsbiologischer Sicht laut Experten derzeit nicht notwendig – die Bestände rechtfertigen es nicht. Trotz 76 Verdachtsfällen – Risse, Spuren, Sichtungen – konnten 2025 nur zwei Wölfe in der Steiermark genetisch bestätigt werden.

Und manche Argumente, die in der aktuellen Debatte kursieren, halten einer sachlichen Prüfung schlicht nicht stand. So warnt etwa der steirische Umweltanwalt in seiner Stellungnahme zur neuen Prädatorenverordnung vor Herdenschutzzäunen als erhebliche Gefahr für Wildtiere – während hunderttausende Kilometer davon längst die steirischen Almen durchziehen. Und Schälschäden im Wald dem Wolf anzulasten, während überhöhte Reh- und Hirschbestände – mitverantwortet durch Jagdpraxis und Fütterung – das strukturelle Problem darstellen, verdreht die Verhältnisse.

Wirksamer Herdenschutz, konsequentes Monitoring, regionale Lösungen statt pauschaler Abschussregelungen: Es gibt Instrumente, die den Konflikt zwischen Wolf und Mensch entschärfen können, ohne dass es der Kugel bedarf. In der politischen Debatte fristen sie ein Schattendasein – die neue Prädatorenverordnung der Steiermark von ÖVP und FPÖ wird daran wenig ändern.

Ob das neue Wolfs-Regelwerk, das demnächst im Detail präsentiert werden soll, klug ist, wird sich nicht daran entscheiden, ob es streng oder moderat ausfällt – sondern daran, ob es auf Fakten basiert oder auf (politischen) Reflexen.

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