Experte warnt:

Netzausbau könnte ohne Breitbandmilliarde stocken

Web
27.05.2014 08:56
Der Ausbau schneller Internetverbindungen in Österreich droht ohne die von Infrastrukturministerin Doris Bures versprochene und derzeit von Finanzminister Michael Spindelegger zurückgehaltene Breitbandmilliarde zu stocken. "Es wird mit Sicherheit langsamer ausgebaut", so der Infrastruktur-Experte der Erste Bank, Werner Weihs-Raabl.

Weihs-Raabl finanziert bei der Erste Bank für Gemeinden und Städte den kostspieligen Breitbandausbau. Bis 2020 dürfte dieser bis zu fünf Milliarden Euro verschlingen, schätzt der Experte. Am teuersten sei dabei das Aufgraben und Verlegen der Glasfaserleitungen. "Ein Meter kostet zwischen 40 und 130 Euro", erklärte Weihs-Raabl. Für Telekomunternehmen rechne sich das erst, wenn sich rund 40 Prozent der potenziellen Kunden dann tatsächlich anschließen. Deshalb brauche es Förderungen und Anschlusszusagen.

Der Infrastruktur-Experte betonte auch, dass die Geschwindigkeit des Internets wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit einer Region sei. Ohne Bandbreiten von zumindest zehn bis 20 Megabit pro Sekunde würden sich keine Firmen ansiedeln. "Kein Internet, keine Jobs", fasst Weihs-Raabl zusammen. Bei Glasfasernetzen zähle Österreich zu den Schlusslichtern. Nebeneffekt: Ein Ausbau würde auch die Landflucht bekämpfen.

Unter dem Titel "Überlebensfrage für die europäischen Regionen und Kommunen" beschäftigten sich am Dienstag in Salzburg Wirtschaft, Politik und Branchenexperten mit der Breitbandversorgung. Infrastrukturministerin Bures wiederum will sich am 2. Juni mit Gemeinde- und Ländervertretern zusammensetzen, nachdem schon Mitte Mai ein Breitbandgipfel mit der Telekom-Branche stattgefunden hatte.

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