13 Vorarlberger Olympioniken reisten zu den Spielen nach Mailand/Cortina, zwölf von ihnen – Lukas Feurstein durfte nur auf der Abfahrt trainieren – kämpften um Medaillen. Gleich ein Drittel der Ländle-Asse stachen in Italien, brachten Edelmetall mit und machten Olympia 2026 damit zu den zweiterfolgreichsten Spiele der Vorarlberger Sportgeschichte.
Nach Patrick Ortliebs Triumph bei der Olympiaabfahrt von Val d’Isere 1992 hatte Vorarlberg 30 lange Jahre warten müssen, ehe Johannes Strolz 2022 in Peking mit seinem Sieg in der alpinen Kombi den Vorarlberger Goldfluch brechen konnte. Mehr noch – von den Spielen in China kamen Strolz, Liensberger & Co. mit viermal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze zurück.
Wieder vier Ländle-Medaillengewinner
Ein neuer Olympia-Rekord fürs Ländle, an den die heimischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den letzten zwei Wochen in Mailand/Cortina fast anschließen konnten. Wie vor vier Jahren, als mit Strolz (2x Gold, 1x Silber), Kathi Liensberger (1x Gold, 1x Silber), Alessandro „Izzi“ Hämmerle (Gold) und Thomas Steu (1x Silber, 1x Bronze) vier Olympioniken Medaillen im Handgepäck hatten, schlug auch heuer ein Kleeblatt zu und machte die Spiele zu den zweiterfolgreichsten der Vorarlberger Sportgeschichte.

Rädler mit Gold und Blech
Während Izzi im Snowboardcross seinen zweiten Coup landen konnte und damit zum ersten Vorarlberger wurde, der bei zwei Spielen Gold holt, sorgte Ariane Rädler dafür, dass auch die VSV-Alpinen wie schon vor vier Jahren ganz oben am Podest standen. Ihr Triumph in der Team-Kombi – mit der Niederösterreicherin Kathi Huber – war sicher eine der größten rot-weiß-roten Überraschungen. Das „Sahnehäubchen“ verpasste „Ari“ im Super-G nur hauchdünn – gerade einmal 0,01 Sekunden fehlten der 31-Jährigen auf Bronze.
Ein Rodler als „Wiederholungstäter“
Zum zweiten „Wiederholungstäter“ neben Hämmerle avancierte in Italien der Doppelsitzer-Rodler Thomas Steu. Raste der 32-jährige Bludenzer 2022 noch gemeinsam mit Lorenz Koller zu Silber in der Teamstaffel und Bronze im Doppelsitzerbewerb, durfte er nun im Eiskanal von Cortina zweimal über Silber jubeln. Wie sein Klubkollege Jonas Müller. Der musste sich im Einzel nur dem Deutschen Andi Langenhahn geschlagen geben und gehörte wie Steu dem silbernen ÖRV-Team an.
Lussnig mit Ausrufezeichen
Starke Auftritte lieferten auch die anderen Ländle-Starter. Etwa der Feldkircher Daniel Bertschler, der bei seinem Olympia-Debüt den Zweierbob von Steuermann Markus Treichl auf den ausgezeichneten neunten Rang schob und im Vierer beim Sturz von Jakob Mandlbauer zum Glück unverletzt blieb. Oder Skicrosser Nici Lussnig, der erst im letzten Moment das Olympia-Ticket lösen konnte, in Livigno als einziger Österreicher ins Viertelfinale einzog und Rang elf holte.
Durchwachsenes Olympiadebüt
Nicht gerade vom Glück verfolgt war Nina Ortlieb bei ihrer Premiere im Zeichen der olympischen Ringe: Aus in der Abfahrt und im Super-G – und in der Team-Kombi fehlten der 29-jährigen Lecherin an der Seite von Kathi Gallhuber nur 0,72 Sekunden auf eine Medaille.
Vorarlberg ist bei den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina mit zwei Gold- und vier Silbermedaillen die Nummer zwei im rot-weiß-roten Medaillenspiegel. Erfolgreicher war nur die Tiroler Armada. Da holten neun Olympioniken zwei Gold-, acht Silber- und vier Bronzemedaillen.
In Anbetracht der Durststrecke – zwischen 1994 und 2018 gab es fürs Ländle bei Winterspielen keine einzige Medaille – ein weiteres Topergebnis und auch im internen Vergleich eine tolle Leistung, ließ man doch deutlich größere Bundesländer wie Salzburg oder die Steiermark hinter sich.
Nicht alles war glänzend
Bei aller Freude über die Leistungen der heimischen Athleten endet Olympia in Mailand und Cortina für mich persönlich aber mit gemischten Gefühlen. Der Grund? Nach den Spielen in Russland, Südkorea und China war die Hoffnung groß, dass in Italien wieder mehr Stimmung da ist. Etwas, das aber nur bedingt der Fall war. Berechtigterweise kritisierten viele AthletInnen die große Distanz zu den Fans.
Und auch der Zeitplan hat mich ehrlich gesagt nicht sonderlich vom Hocker gehauen. Warum neun von zehn alpinen Medaillenentscheidungen bereits am Montag der zweiten Woche gefallen sind, leuchtet mir genauso wenig ein, wie die Tatsache, dass der letzte Skisprungbewerb da ebenfalls schon Geschichte war. Aber ich kenne mich da wohl nicht so gut aus...
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.