Die Rodlerinnen und Rodler haben Österreichs Medaillenkonto bei den Olympischen Spielen in Italien am Mittwoch um zwei auf nunmehr acht aufgestockt.
Thomas Steu/Wolfgang Kindl holten im Doppelsitzer-Bewerb in Cortina d‘Ampezzo Silber, bei den Frauen eroberten Selina Egle/Lara Kipp Bronze. Österreichs Rodel-Abordnung hält damit nach Jonas Müllers Silber im Einsitzer bei dreimal Edelmetall.
Südtiroler nicht zu schlagen
In beiden Rennen konnten die Lokalmatadoren den Heimvorteil ideal ausspielen. Bei den Männern schoben sich Emanuel Rieder/Simon Kainzwaldner im zweiten Lauf noch auf Platz eins vor, lagen schließlich 0,068 Sekunden vor Steu/Kindl und 0,090 Sekunden vor den Deutschen Tobias Wendl/Tobias Arlt. Die US-Halbzeitführenden Marcus Mueller/Ansel Haugsjaa fielen auf Rang sechs zurück.
Auch bei den Frauen triumphierten mit Andrea Vötter/Marion Oberhofer zwei Südtirolerinnen. Sie rangierten in der Endabrechnung 0,120 Sekunden vor dem deutschen Duo Dajana Eitberger/Magdalena Matschina und 0,259 Sekunden vor Egle/Kipp.
Steu und Kindl bejubeln ihre jeweils dritten Medaillen
Der 37-jährige Kindl, der am Montag in der Früh noch per Video der Geburt seines zweiten Kindes beigewohnt hatte, entschädigte sich für seinen achten Platz im Einsitzer am Sonntag und holte nach den Silbernen in Peking 2022 (Einsitzer, Team-Staffel) sein drittes olympisches Edelmetall. „Man hat schon im Training gesehen, wie viele in diesem Rennen um die Medaille mitfahren“, kommentierte er die minimalen Abstände. „Es war ein extrem spannendes und knappes Rennen, wir sind megahappy mit der Medaille. Die muss man bei dem starken Feld erst einmal machen.“
Auch für den 32-jährigen Steu, mit dem inzwischen zurückgetretenen Lorenz Koller 2022 in Peking Dritter im Doppelsitzer und an der Seite u.a. Kindls „Silberner“ in der Team-Staffel, war es die dritte olympische Medaille.
„Extrem geil“, befand Steu. „Uns sind zwei super Läufe gelungen, wir haben alles aus uns rausgeholt. Die Italiener waren einfach um sechs Hundertstel stärker, das akzeptieren wir so. Wir sind megahappy mit dem Ergebnis.“
Ihre guten Trainings nicht ganz umsetzen konnten Juri Gatt/Riccardo Schöpf als Elfte (+0,829). „Der Speed hätte gepasst, bis zum groben Fehler im ersten Lauf waren wir gut dabei“, resümierte Schöpf im ORF. „Schade, im Training hat es sehr gut funktioniert. Aber wir sind jung, wir können bei den nächsten Olympischen Spielen wieder aufzeigen.“
Druckabfall bei Egle/Kipp: „Bedeutet total viel“
Bei den Frauen wurden Egle/Kipp ihrem guten Ruf gerecht – auch wenn es nicht zum ganz großen Wurf reichte und Vötter/Oberhofer durchaus etwas überraschend triumphierten. Die ÖRV-Asse errangen nach WM-Gold 2024 und 2025 ihren größten Erfolg. „Die Medaille bedeutet total viel. Wir können stolz auf uns sein, die ganze Saison so konstant zu fahren“, meinte die 23-jährige Egle. Gemeinsam mit ihrer gleich alten Partnerin führt sie die Weltcupwertung an, 2024/25 hatten die beiden diese bereits für sich entschieden.
Angesichts eines „Riesenschnitzers“ im ersten Lauf, den man ebenfalls auf Rang drei beendet hatte, sei „nach vorne nicht mehr viel, viel mehr“ gegangen, betonte Egle. Für sie und Kipp sind es die ersten olympischen Spiele, ein neues Gefühl, mit dem man erst umzugehen lernen müsse. „Olympia ist wieder etwas anderes, da spielen die Nerven extrem mit. Es war seit Monaten ein bissl ein Gefühlskarussell. Ich merke einfach, wie viel Druck jetzt abfällt.“ Kipp konnte das nur bestätigen: „Jetzt im Moment möchte ich mich einfach hinhocken und schlafen gehen.“
Am Donnerstag kann Österreich zum Abschluss der Rodel-Bewerbe in der Team-Staffel noch einmal nachlegen. Neben Müller und Steu/Kindl sowie Egle/Kipp wird Rot-Weiß-Rot dort durch Lisa Schulte vertreten.
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