Ab zur Vorsorge!

So können Sie die Darmkrebs-Gefahr minimieren

Darmkrebs ist heute in vielen Fällen vermeidbar – und eine der wenigen Krebsarten, die sich gezielt verhindern lassen. Allerdings ist es dafür nötig, die Vorsorgemaßnahmen dagegen wahrzunehmen. Dass man davor keine Angst haben muss, zeigt Vorsorgeexperte Dr. Christian Maté.

In über 90 Prozent der Fälle entwickelt sich Darmkrebs aus anfangs harmlosen Polypen, die allmählich bösartig werden können. Entdeckt und entfernt man diese im Zuge einer Darmspiegelung (Koloskopie), hat man dem möglicherweise späteren Krebsgeschwür zeitgerecht die Grundlage entzogen.

„Die Darmspiegelung ist die einzige Maßnahme zur Krebs-Früherkennung, die gleichzeitig vorbeugen kann, weil dabei Polypen (Schleimhautwucherungen) entfernt werden können, noch bevor sie sich in bösartige Tumore umwandeln, also bösartig werden und entarten“, erläutert der Wiener Allgemeinmediziner Dr. Christian Maté zu Beginn des Darmkrebsmonats März.

Selten sind Polypen übrigens nicht. Bei der Vorsorgekoloskopie finden sich bei über 50-Jährigen immerhin bei mehr als jedem Dritten einer oder mehrere Dickdarmpolypen, die dann gleich entfernt werden.

Richtig essen für einen gesunden Darm

Eine „westliche“ Ernährung, die reich an Kalorien und Fett ist, wird mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht.

Eine darmfreundliche Ernährung zur Vorbeugung von Darmkrebs ist reich an Ballaststoffen aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, enthält ausreichend Kalzium (z.B. über Milchprodukte) und wenig rotes und verarbeitetes Fleisch.

Der Konsum von rotem Fleisch (Rind, Lamm) und insbesondere verarbeiteten Fleischprodukten wie Wurst oder gepökeltem Fleisch sollte begrenzt sein, da ein Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko besteht.

Der Konsum von Alkohol und das Rauchen erhöhen das Risiko ebenfalls.

Obwohl die Häufigkeit von Darmkrebs in den westlichen Ländern bei den über 55-Jährigen kontinuierlich abnimmt, zeigt sich gleichzeitig bei den unter 50-Jährigen ein kontinuierlicher Anstieg von Neuerkrankungen. Laut Experten ist alarmierend, dass bei Vorsorge-Koloskopien immer häufiger schon ausgeprägte Vorstufen zutage treten. So starb in jüngster Vergangenheit der erst 48-jährige Hollywood-Star James Van der Beek an einer Darmkrebs-Erkrankung.

Zitat Icon

Darmkrebs ist gleichsam die ,Schnecke´ unter den Krebsarten und bietet uns in den meisten Fällen ein breites Zeitfenster zur Entdeckung und  Entfernung.

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner und Vorsorgeexperte in Wien

In Österreich registriert man jährlich etwa 5000 Neuerkrankungen an Darmkrebs (Dickdarm- und Enddarmkrebs zusammen). Beide Geschlechter sind in etwa gleichermaßen betroffen. Das Lebenszeitrisiko, an Darmkrebs zu erkranken, liegt hierzulande bei etwa 5-6 Prozent (also eine von 18 bis 20 Personen erhält im Laufe ihres Lebens diese Diagnose). Etwa 9 von 10 solcher Leiden entstehen ohne familiäre Vorbelastung. In frühen Stadien sind die Heilungschancen sehr gut (5-Jahres-Überleben um 90-95 %). Studien zeigen, dass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen die Sterblichkeit durch Darmkrebs deutlich senken.

Früh eingreifen, besser heilen
„Der Darmkrebs ist gleichsam die ,Schnecke unter den Krebsarten und bietet uns in den meisten Fällen (es gibt auch schneller wachsende Polypen) ein breites Zeitfenster zur Entdeckung und frühzeitigen Entfernung von gefährlichen Schleimhautwucherungen im Rahmen der Darmspiegelung (Koloskopie)“, macht auch Dr. Maté Hoffnung.

Darmkrebsvorsorge in Österreich

Seit Oktober 2025 können alle Versicherten in Österreich schon ab dem 45. Lebensjahr kostenlos zur Darmkrebsvorsorge gehen. Erster Ansprechpartner dafür ist die Hausarztordination. Die Koloskopie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung, die Teil des spezifischen Untersuchungsprogrammes ist, führt ein Facharzt für Innere Medizin oder Chirurgie durch.

Manchmal beschleicht Betroffene jedoch ein ungutes Gefühl, wenn sie an eine Koloskopie denken. „Es gibt heutzutage keinen Grund mehr, sich vor einer Darmspiegelung zu fürchten, denn diese läuft meist vollkommen schmerzlos ab: Bei der sogenannten sanften Koloskopie bekommen die Patienten ein Mittel über die Vene, mit dem sie die Untersuchung quasi verschlafen“, beruhigt der Mediziner.

Allerdings wird die für die Untersuchung unbedingt notwendige Vorbereitung mit einem Abführmittel zur Darmreinigung von manchen Menschen als unangenehm empfunden“, räumt der Arzt ein, „weil die Präparate, die man dazu trinken muss, Übelkeit, Bauchschmerzen und allgemeines Unwohlsein auslösen können.“ Manchmal bleibt die Koloskopie dann in schlechter Erinnerung, weil die Vorbereitungen darauf sehr unangenehm waren.

Tatsächlich unterscheiden sich die verschiedenen in der Apotheke erhältlichen Mittel teilweise durch die Flüssigkeitsmenge, mit der man diese einnehmen muss. Dr. Maté: „Studien haben gezeigt, dass Präparate, die weniger Flüssigkeit benötigen – sogenannte „Low-Volume-Präparate“ auch deutlich weniger Beschwerden verursachen.“

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