Experten traten zurück

Latein-Kürzungspläne: Widerstand gegen Wiederkehr

Innenpolitik
27.02.2026 11:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Weniger Lateinstunden, dafür mehr Künstliche Intelligenz und demokratische Bildung – wie die „Krone“ berichtet hat, will Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) die Lehrpläne in der Oberstufe entrümpeln. Koalitionspartner ÖVP, AHS-Direktorinnen und -Direktoren bzw. die Lehrergewerkschaft sprechen sich dagegen aus. Nun geraten die Planungsarbeiten im Bildungsministerium selbst ins Straucheln. Eine von Wiederkehr eingesetzte sechsköpfige Lehrplangruppe ist geschlossen zurückgetreten.

Nach den Vorstellungen von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) soll in der AHS-Oberstufe der Informatikunterricht ausgeweitet und um das Thema Künstliche Intelligenz ergänzt werden. Außerdem will er den Gegenstand „Medien und Demokratie“ einführen. Im Gegenzug sollen je nach Schultyp Lateinstunden bzw. Stunden für die zweite lebende Fremdsprache gekürzt werden – von zwölf auf acht Wochenstunden. Im Falle von Kürzungen muss der Lehrplan adaptiert werden – mit dieser Aufgabe war die Lehrplangruppe betraut.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr ist die Expertengruppe, die den neuen Lehrplan hätte ...
Bildungsminister Christoph Wiederkehr ist die Expertengruppe, die den neuen Lehrplan hätte erstellen sollen, abhanden gekommen.(Bild: Christof Birbaumer)

Aus Sicht der Latein-Experten „gefährdet die faktische Reduktion des Faches in der gymnasialen Oberstufe die europäische Vergleichbarkeit sowie die Reputation Österreichs als Bildungsstandort“. Latein drohe damit, seine Stellung als zentrales Bildungsfach zu verlieren.

Pläne sollten Ende April vorliegen
Der vorgegebene enge Zeitrahmen sei „nicht vereinbar mit den wissenschaftlichen und fachdidaktischen Qualitätsstandards“, hält die Lehrplangruppe fest. „Die für eine fundierte Lehrplanentwicklung notwendigen Qualitätssicherungsprozesse und Evaluationsschleifen wären unter den gegebenen Bedingungen nicht in ausreichendem Maß durchführbar gewesen.“ Diese Standards seien vom Ministerium selbst beim ursprünglichen Erstellungsprozess eingefordert worden.

Das Ministerium habe auf einer verbindlichen Zusage zur Vorlage eines fertigen Curriculums bis Ende April 2026 bestanden, so die Latein-Experten. „Aus den oben genannten Gründen sieht sich die Lehrplangruppe außerstande, den Auftrag im Sinne ihres wissenschaftlichen und pädagogischen Selbstverständnisses verantwortungsvoll umzusetzen.“

Rückzug für Ministerium „nicht nachvollziehbar“
Im Ministerium ist man über den Ausstieg der Lehrplangruppe verwundert: „Wir haben in den vergangenen Wochen sehr konstruktive Gespräche geführt. Es ist bedauerlich, dass der Weg der konstruktiven Zusammenarbeit so abrupt verlassen wurde. Die Arbeitsverweigerung der Arbeitsgruppe Latein ist nicht nachvollziehbar, hält uns aber in der Erarbeitung neuer Lehrpläne nicht auf“, erklärte Generalsekretär Alexander Huber. Am bisherigen Zeitplan hält man fest. Nun werden neue Experten gesucht.

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