Nicht nur für Kinder!

Thema „Impfschutz“ begleitet uns ein Leben lang

Gesundheitsvorsorge darf nicht zur Nebensache werden, vor allem auch, was Impfungen betrifft. Viele Erwachsene gehen jedoch davon aus, dass diese nur in der Kindheit wichtig sind – ein Irrtum, der sich hartnäckig hält. Wer jetzt einen Blick in seinen Impfpass wirft, kann für umfassenden Schutz sorgen.

Erst beim aktiven Durchsehen des gelben Papiers oder beim Blick in die digitale Mappe wird vielen bewusst, wie viele Jahre seit bestimmten Impfungen schon verflossen sind. „Das junge Jahr in Kombination mit aufkommender Frühlingsstimmung stellt einen guten Zeitpunkt dar, sich über mögliche Impfungen für die kommenden Monate zu informieren“, bekräftigt auch der Wiener Allgemeinmediziner und Vorsorgeexperte Dr. Christian Maté.

Experten sind sich einig: Impfen ist längst keine Frage des Alters mehr, sondern eine kontinuierliche Aufgabe, die sich an Lebenssituationen, Reisen und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert.

Der Impfplan Österreich 2025/2026 zeigt klar: Ein aktueller Impfstatus ist ein wesentlicher Teil moderner Gesundheitsprävention. Die folgende Übersicht erklärt, welche Impfungen für Erwachsene relevant sind.

Basisimpfungen zur Auffrischung
Als Basis des Impfschutzes gelten regelmäßige Auffrischungsimpfungen, etwa für Diphtherie, Tetanus und Pertussis (Keuchhusten). Hier wird alle fünf Jahre eine Auffrischung mit einem Kombinationsimpfstoff empfohlen. Bei Poliomyelitis (Kinderlähmung) gilt: Nach Grundimmunisierung und Schulauffrischungen sind weitere Polio‑Impfungen nur bei besonderer Indikation notwendig (z. B. Reisen in Risikogebiete oder Tätigkeiten im Gesundheitsbereich), dann alle zehn Jahre.

Bei der „Zeckenimpfung“ (gegen FSME) sollten Personen bis 60 Jahre alle fünf Jahre zur Auffrischung gehen, aber diesem Alter dann alle drei Jahre. „Optimal ist eine Auffrischung noch vor der Zeckensaison, also in den nächsten Wochen“, erläutert Dr. Maté.

Jährliche bzw. saisonale Impfungen
An Influenza müssen Sie erst wieder im Herbst denken, besonders wird diese Impfung empfohlen für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere sowie jene mit Risikofaktoren. Ebenso sollte Covid-19 im Herbst jährlich aufgefrischt werden, vor allem für Personen ab 60, Risikogruppen und Gesundheitspersonal. Laut Experten verfügbar und sinnvoll für alle ab 12 Jahren.

Mit diesen Impfungen Lücken schließen
Masern-Mumps-Röteln (MMR) sollte man bei fehlender Immunität mit zwei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen nachholen. Hepatitis B wird für ungeimpfte Erwachsene bis zum vollendeten 60. Lebensjahr empfohlen.

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Erwachsene unterschätzen ihren Impfbedarf oft – dabei schützen regelmäßige Auffrischungen, saisonale Impfungen und individuelle Ergänzungen die Gesundheit.

Dr. Christian Maté, Wiener Allgemeinmediziner und Vorsorgeexperte

„Die Impfung gegen HPV (Humane Papillomaviren)  – sie verursachen unter anderem über 90 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs – wird bis zum vollendeten 30. Lebensjahr empfohlen. Sie ist in Österreich kostenfrei vom 21. bis 30. Geburtstag – jedoch nur, wenn die Erstimpfung bereits bis zum 31.12.2025 erfolgt ist und die Zweitimpfung bis zum 30.06.2026 erfolgt. Vom 9. Lebensjahr bis zum 21. Geburtstag ist die Impfung im Rahmen des Kinderimpfprogramms gratis. Ab 30 Jahren ist sie in der Regel kostenpflichtig“, so der Mediziner. Zwei Impfungen werden nicht immunen Erwachsene bis zum 60. Lebensjahr gegen Varizellen (Feuchtblattern) verabreicht.

Ab dem 60. Lebensjahr zusätzlich
Senioren sollten gegen Pneumokokken einmal ab 60 Jahren immunisiert werden. Herpes Zoster (Gürtelrose): Hier erhält man zwei Dosen im Abstand von mindestens zwei Monaten. Sowohl die Impfung gegen Pneumokokken als auch jene gegen Herpes zoster ist ab 60 Jahren und für bestimmte Risikogruppen unter 60 kostenfrei. Gegen RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) ist eine einmalige Impfung zum Schutz vor schweren Atemwegsinfektionen vorgesehen.

Spezielle Impfungen nach Lebenssituation
In der Schwangerschaft werden folgende Impfungen empfohlen: Influenza, COVID‑19 (Herbst), Pertussis (27.-36. SSW) und RSV (saisonal 4-8 Wochen vor dem errechneten Termin). Wer auf Reisen geht, wappnet sich – je nach Reiseziel – gegen Hepatitis A, Gelbfieber, Japanische Enzephalitis, Tollwut und Cholera. Bei spezialisierten Ärzten beraten lassen!

Das gilt ebenso bei Gesundheits- sowie Sozialberufen, in der Forstwirtschaft und bei anderen Tätigkeiten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko.

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