Wie Barbara Schloßbauer, Leiterin von "Stopline", am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt gab, betrafen 98 Prozent des Materials kinderpornografische Inhalte, der Rest war verdächtig im Hinblick auf nationalsozialistische Wiederbetätigung. Die 26 Prozent des tatsächlich strafbaren Materials waren ein Anstieg gegenüber 2012 um neun Prozentpunkte, als 17 Prozent tatsächlich illegal waren.
Erfreulich war, dass nur drei der 1.552 strafbaren Inhalte in Österreich gehostet wurden, sagte Schloßbauer. Die Meldestelle, die vor mehr als 15 Jahren von vom Verband der österreichischen Internetserviceprovider, kurz ISPA, gegründet wurde, registrierte eine weitere günstige Entwicklung: "80 Prozent der illegalen Inhalte sind innerhalb von drei Tagen aus dem Netz verschwunden", sagte ISPA-Generalsekretär Maximilian Schubert. Vor zehn Jahren sei diese Quote erst bei 60 Prozent gelegen.
Besorgniserregende Entwicklungen
Doch es gibt auch besorgniserregende Entwicklungen: Schloßbauer sprach von einem Trend zu geschlossenen Kinderporno-Foren mit sehr strengen Aufnahmekriterien bis hin zu der Forderung, dass Interessierte zunächst selbst neues Material einbringen müssen. Dies diene "zum Nachweis der Integrität, im negativen Sinn", erklärte die "Stopline"-Leiterin.
Grenzen zwischen Tätern und Opfern verschwimmen
Außerdem machen es technologische Entwicklungen immer leichter, illegales Material zu produzieren, zu veröffentlichen und damit auch zu konsumieren. Problematisch sei in diesem Zusammenhang vor allem, dass die klare Trennung zwischen Tätern und Opfern verschwimme.
Viele Minderjährige würden zu sorglos mit ihrer Intimsphäre umgehen und bedenkenlos Bilder als Mittel der Selbstdarstellung posten, die streng genommen kinderpornografisch sind, aber keinen sexuellen Missbrauch abbilden und in vielen Fällen freiwillig entstanden sind.
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