„Böses loswerden“

Trump: Krieg im Iran ist „so gut wie beendet“

Außenpolitik
10.03.2026 07:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hat erstmals ein mögliches Ende des Iran-Kriegs angedeutet. Dieser sei „so gut wie beendet“, sagte er und begründete das mit der militärischen Schwächung Teherans. Man sei „weit vor dem Zeitplan“, ergänzte Trump. Ob und wann die USA und Israel ihre Luftangriffe einstellen könnten, sagte er aber nicht.

Der Iran habe keine Marine, keine Kommunikationsmittel und keine Luftwaffe mehr, sagte er weiter. Die Raketen des Landes seien fast alle zerstört, iranische Drohnen würden überall abgeschossen. „Wenn man sich das ansieht, haben sie nichts mehr übrig. Militärisch gesehen haben sie nichts mehr übrig“, sagte der US-Präsident. Zu Beginn hatte der Republikaner die Dauer des Kriegs auf „vier bis fünf Wochen“ geschätzt, aber auch mehrfach betont, dass die Militärintervention „weitaus länger“ dauern könnte.

Auf einer Konferenz im US-Bundesstaat Florida bezeichnete Trump den Angriff auf den Iran als „kurzen Abstecher“. Man habe das Gefühl gehabt, das ausführen zu müssen, „um etwas Böses loszuwerden“. „Wir haben in vielerlei Hinsicht gewonnen, aber wir haben noch nicht genug gewonnen“, sagte er weiter. Ein endgültiger Sieg würde die langjährige Gefahr ein für alle Mal beenden.

„Wir sind diejenigen, die über das Ende des Kriegs entscheiden. Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Kriegs liegen in den Händen der Islamischen Republik“, kommentierten die iranischen Revolutionsgarden Trumps Aussagen.

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Wir haben einen kleinen Abstecher gemacht, weil wir das Gefühl hatten, dass wir das tun mussten, um etwas Böses loszuwerden.

US-Präsident Donald Trump über den Krieg im Iran

Kriegseintritt Europas unwahrscheinlich
Europa hat laut dem Fachmann Stefan Lehne vom Thinktank Carnegie Europe nur begrenzten Einfluss auf den Konflikt. Die abgefangenen Raketen auf Zypern und auf die Türkei seien noch keine Eskalation. Der Iran sei momentan gar nicht in der Lage, Terroraktionen im großen Stil in Europa durchzuführen. Er habe auch kein Interesse daran, europäische Stützpunkte anzugreifen.

Sollte der Krieg länger andauern, könnte Europa allerdings von verstärkten Fluchtbewegungen aus dem Iran betroffen sein, insbesondere dann, wenn die zivile Infrastruktur massiv getroffen würde und dadurch Versorgungsengpässe entstünden. In erster Linie würden Flüchtlinge aber vor allem Irans Nachbarstaaten betreffen.

„Unklare Ziele“ als Vorteil
Lehne rechnet ebenfalls mit einem baldigen Ende der Kampfhandlungen. Die unklar formulierten Kriegsziele hätten Trump einen politischen Vorteil verschafft: Er könne den Krieg jederzeit beenden und für sich entscheiden. Aufgrund der nahenden Midterm-Wahlen in den Vereinigten Staaten könne Trump die Militärintervention ohnehin nicht mehr lange innenpolitisch rechtfertigen. Der Fachmann gab jedoch zu bedenken, dass ein baldiges Kriegsende zur Folge hätte, dass die Region instabil bleibe. Der Iran könnte sein Nuklearprogramm und die Raketenproduktion wieder aufnehmen, was einen erneuten Angriff der USA provozieren könnte.

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