„Zeit von Bedeutung“

Wer wirtschaftlich vom Iran-Krieg profitiert

Wirtschaft
10.03.2026 07:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der US-israelische Angriff auf den Iran könnte eine weltweite Rezession auslösen. Die Ölpreise seien seit Jahresbeginn bereits um 40 Prozent gestiegen und hätten zuletzt rund 100 Dollar pro Fass erreicht, sagte die politische Ökonomin Gülsüm Akbulut. Dennoch profitieren manche Länder wirtschaftlich vom Krieg.

Länder, die auf Energieimporte angewiesen sind, müssten derzeit auf ihre strategischen Reserven zurückgreifen, sagte Akbulut. China verfüge über Vorräte für etwa drei Monate, Schwellenländer hingegen könnten einen Preisanstieg von 40 Prozent kaum verkraften. Zeit sei nun von größter Bedeutung, sagte die Fachfrau. „Die Straße von Hormus darf nicht länger als ein bis zwei Monate geschlossen bleiben.“ Diese ist das wichtigste Nadelöhr für den Ölexport, ungefähr ein Fünftel der weltweiten Öltransporte passiert die Meerenge.

Gewinner der Situation seien vor allem große Produzenten wie die USA und Russland, sagte Akbulut. Die Vereinigten Staaten zählen mittlerweile zu den größten Exporteuren von Öl und Gas. Das Weiße Haus zieht laut Stefan Lehne vom Thinktank Carnegie Europe in Erwägung, Sanktionen gegen russische Ölfirmen zu lockern und Indien zu erlauben, wieder vermehrt russisches Öl zu kaufen. „Je länger der Konflikt im Iran andauert, desto mehr hilft es den Russen“, sagte Lehne. Die schwächelnde Wirtschaft im kriegsführenden Land würde dadurch wieder Einkünfte generieren. „Für (den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr, Anm.) Selenskyj ist das eine sehr schlimme Entwicklung.“

Trump will Ölpreise kontrollieren
US-Präsident Donald Trump war durch die gestiegenen Ölpreise zuletzt innenpolitisch unter Druck geraten. Das Weiße Haus erklärte, er prüfe „alle glaubwürdigen Optionen“, um die Ölpreise zu kontrollieren. Zudem kündigte der US-Präsident an, die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen zu wollen. 

Die Schließung betreffe Österreich indirekt durch einen Anstieg der Ölpreise, sagte Johannes Benigni von der Energieberatungsfirma JBC Vienna. Die geringen Mengen des Rohöls, die über diesen Seeweg nach Europa geliefert worden seien, ließen sich „schon ersetzen“. In Österreich seien die Lagerbestände zwar niedrig, aber das sei saisonal nach der Heizsaison nicht ungewöhnlich. Die Herausforderung sei, wie die Speicher wieder aufgefüllt werden. Die Händler hätten weniger Anreiz, sich mit teurem „Sommergas“ einzudecken, also zu hohen Preisen für den Winter auf Vorrat einzukaufen. „Damit werden wir höchstwahrscheinlich in die Wintersaison gehen und nicht so viel Gas auf Lager haben, und das wird dann zu Stress führen“, prognostizierte Benigni. Die Bombardierungen der Energie-Infrastruktur im Iran würden sich auch auf die Inflation hierzulande auswirken.

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