Die „Krone“ fastet

Der verstohlene Blick zur verlockenden Torte

Kärnten
10.03.2026 08:00

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es. Doch diese Aufnahme verlangt nach einer ausführlicheren Antwort. Denn groß war die Versuchung am Wochenstart für unsere Redakteurin. 

Besonders bitter für mich war die süße Versuchung am Wochenstart. Denn so lieb es Kollege Christian mit seiner Geburtstagstorte auch meinte, mir tat er damit keinen großen Gefallen. Drei Wochen sind nun vergangen, seit ich auf Süßes verzichte und so belastend wie an diesem Montag war es für mich tatsächlich noch nie.

Geradezu angelächelt hat mich die Schoko-, Schlag-, Bananentorte am Konferenztisch von Geburtstagskind Christian. Stück für Stück musste ich zusehen, wie die Torte kleiner wurde. Fast schon dreist, wie alle anderen genüsslich schmausten und ich nur verstohlen auf das verlockende Zuckerstück blicken durfte.

Dann verzichten, wenn andere konsumieren – das ist das Schlimmste beim Fasten. In solchen Situationen ist Disziplin gefragt, und nach drei Wochen Verzicht bin ich darin wohl schon geübt. Lachend steckte ich die neckischen Anmerkungen der Kollegen weg und gönnte ihnen den Gaumenschmaus. Gemeinsam sangen wir „Happy Birthday“ und nach dem Anschneiden der Torte vertschüsste ich mich schnell auf meinen Arbeitsplatz.

Wann darf eine Ausnahme gemacht werden?
Dort tat ich es Reinecke gleich, indem ich mir einredete, dass die Torte wohl ohnehin zu süß für mich wäre. Denn gerade erst vor wenigen Tagen habe ich – ich muss es leider gestehen – ein Stückchen Topfengolatsche gegessen. Ich konnte der Höflichkeit wegen nicht Nein sagen, denn meine 82-jährige Nachbarin ist eine begeisterte Bäckerin und bot mir die Mehlspeise mit derartiger Euphorie an, dass ein Ausschlagen nicht infrage gekommen wäre.

Was hätten Sie an meiner Stelle getan? Ausgezeichnet hat mir die Topfengolatsche geschmeckt, doch meine Geschmacksknospen sind derartige Mengen an Zucker nicht mehr gewohnt. Da hat das Stückchen mehr als gereicht.

Es läuft gut
Ohne Alkohol durch die Fastenzeit: Wasser schmeckt doch am besten

Zugegeben, mein Verzicht war im Gegensatz zu den Fasten-Challenges meiner „Krone“-Kollegen nicht groß geplant und hat sich nach einer Geburtstagsparty einfach ergeben: Lustig war’s. Aber warum nicht einmal wieder längere Zeit ganz bewusst keinen Alkohol trinken? Innehalten, zurücknehmen, das weglassen, was nicht immer gut tut und nicht sein muss. Eine leichte Übung stelle ich fest.

Wasser schmeckt am besten! Nicht nur in der Redaktion, sondern auch sonst gerne.
Wasser schmeckt am besten! Nicht nur in der Redaktion, sondern auch sonst gerne.(Bild: Kerstin Wassermann)

Auch in Woche drei ist Alkohol-Fasten kein Problem – ich vermisse derzeit wirklich nichts. Und es hat sich zum Glück noch niemand beschwert, dass es mit mir nicht trotzdem nett wäre.

Was aber wirklich auffällt: Wie selbstverständlich Alkohol in unserer Gesellschaft doch ist! Sogar bei einem Kindertreffen fließen bei manchen Eltern Bier und Wein, während ich mich mit Wasser und hier und da einem Eistee begnüge. Auch Freundinnen, die genüsslich am frühen Sommerspritzer nippen, wünsche ich bloß: „Prost, ihr Saufnasen!“

Ich könnte ja wie viele einen Fasten-Joker ziehen, meinen sie – für „Ausnahmen“. Mal sehen, ob ich den brauche.

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