Nach dem Empfang des FPÖ-EU-Politikers Harald Vilimsky bei Israels Premier Benjamin Netanyahu hat sich die Holocaust-Gedenkstätte Yad Yashem gegen Kontakte zu den Freiheitlichen ausgesprochen. „FPÖ und AfD sind Parteien, die ihre Wurzeln im Nationalsozialismus haben“, betonte der Vorsitzende Daniel „Dani“ Dayan.
„Die Haltung von Yad Vashem hat sich nicht geändert, und ich gehe nicht davon aus, dass sich daran etwas ändern wird. Wir haben keine Kontakte zur FPÖ, genauso wenig wie zur AfD in Deutschland“, erklärte Dayan am Dienstag.
Yad Vashem sei „offen“ für Besuche, aber ...
Yad Vashem sei „offen“ für Besuche der Gedenkstätte und „kontrolliert am Eingang weder ideologische noch andere Überzeugungen“, betonte Dayan weiter. Die FPÖ sei aber kein Partner, wenn es darum geht, die Verantwortung Österreichs anzuerkennen und die Kultur der Erinnerung zu fördern, die in diesem Land zu Recht gepflegt wird“, erläuterte Dayan.
Yad Vashem sei zwar eine staatliche Institution, aber keine Regierungsorganisation, betonte er. „Wir sind keine Diplomaten.“ Er habe im Vorjahr bei einem Besuch in Wien Ex-Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) auch dazu ermutigt, keine Koalition mit der FPÖ einzugehen.
Empfang bei Netanyahu am Sonntag
Netanyahu hatte am Sonntag eine Delegation von EU-Parlamentariern der rechten Fraktion „Patrioten für Europa“ aus Ungarn, Österreich, Spanien und Frankreich empfangen. Teil der Delegation war auch der Leiter der FPÖ-Delegationsleiter im Europäischen Parlament, Vilimsky. Dieser sprach von einem „Treffen historischen Ausmaßes“.
Erstmals lud eine israelische Regierung Vertreter der FPÖ ein
FPÖ-Politiker wurden bisher von offiziellen Vertretern Israels gemieden, unter anderem aus Solidarität mit der jüdischen Gemeinde in Österreich. „Erstmals in der Geschichte der Freiheitlichen Partei wurde mit Harald Vilimsky ein Repräsentant offiziell von der israelischen Regierung und auch persönlich vom Ministerpräsidenten empfangen“, hatte Vilimsky mitgeteilt.
Auch Israelitische Kultusgemeinde meidet FPÖ
Auch die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) bestätigte, dass sich ihre Haltung gegenüber der FPÖ nicht geändert habe. „Die FPÖ ist der politische Arm der deutschnationalen Burschenschafter. Zahlreiche Verstrickungen mit Neonazis sind ebenso dokumentiert wie die Geschichte sowie die antisemitischen und israelfeindlichen Haltungen dieser Partei. Daher gibt es einen Cordon Sanitaire gegenüber den Freiheitlichen“, betonte IKG-Präsident Oskar Deutsch. Dies habe der Vorstand einstimmig beschlossen und 2023 bekräftigt.
„Inszenierung auf israelischem Boden“
„Eine Reise nach Jerusalem im Rahmen einer EU-Delegation und ein beschnittenes Foto ändern diese Haltung nicht“, hieß es mit Blick auf die von der FPÖ verbreitete Aufnahme des Treffens, die Vilimsky neben der israelischen Verkehrsministerin Miri Regev und Netanyahu zeigt, nicht aber die anderen Delegationsmitglieder. „Allerdings hätte man sich für so eine Inszenierung auf israelischem Boden nicht vereinnahmen lassen dürfen. Wir sehen das kritisch.“
Anfang 2025 hatte Netanyahus rechtskonservative Likud-Partei einen Beobachterstatus in der „Patrioten“-Fraktion eingenommen. Der Likud habe jedoch angeben, innerhalb dieser Fraktion zu differenzieren und weiterhin keine bilateralen Beziehungen mit der FPÖ zu unterhalten, erinnerte die IKG.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.