Wie in Österreich sind auch für die deutschen Regierungsparteien die Umfragewerte weiterhin desaströs. 80 Prozent der Deutschen denken, dass Kanzler Friedrich Merz (CDU) sich nicht ausreichend um die wirtschaftlichen Probleme kümmert. Von dieser Stimmung profitiert vor allem die AfD.
Im Vergleich zur Vorwoche legt die AfD im aktuellen Trendbarometer von RTL und n-tv einen Punkt zu und erreicht mit 28 Prozent den höchsten Wert, den das Meinungsforschungsinstitut Forsa bislang für sie gemessen hat.
Union und SPD hätten laut Umfrage keine Mehrheit
Union und SPD kämen zusammen damit wie in der Vorwoche auf nur 34 Prozent und hätten im Bundestag folglich keine Mehrheit (siehe Posting mit allen Zahlen unten). Regulär findet die nächste deutsche Bundestagswahl Anfang 2029 statt.
Auch bei der Einschätzung der politischen Kompetenz legt die AfD einen Punkt zu. Auf die Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, nennen 15 Prozent die AfD. Die Union verliert hier einen Punkt und erreicht aktuell 13 Prozent. Alle anderen Parteien sind einstellig. 53 Prozent trauen keiner Partei politische Kompetenz zu.
„Offenheit für AfD wächst trotz steigender Radikalität“
Der deutsche Extremismusforscher Gideon Botsch diagnostizierte unlängst eine steigende Bereitschaft unter den Wählern, die AfD zu wählen – und der Befund ist offensichtlich richtig. Zwar rücke die AfD immer weiter nach rechts. Aber „das Stigma, was mit der AfD-Wahl verbunden sein mag“, sei deutlich geschmolzen, sagte Botsch.
Das Stigma, das mit einer Wahl der AfD verbunden sein könne, dürfte deutlich geschmolzen sein.
Politikwissenschaftler Gideon Botsch
Selbst Mehrheit der Unionswähler unzufrieden mit Merz
Während die Zufriedenheit mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz unverändert ist, ist die Unzufriedenheit noch um einen Punkt angewachsen: Aktuell sind 85 Prozent der Deutschen mit seiner Arbeit unzufrieden; zufrieden sind lediglich 14 Prozent. Auch von den Anhängern der Unionsparteien sind mittlerweile 57 Prozent mit der Arbeit des Bundeskanzlers nicht zufrieden.
Für das Trendbarometer hat Forsa in dieser Woche eine weitere Frage zu Merz gestellt, deren Ergebnis aus Sicht des Bundeskanzlers ebenfalls kritisch ausfällt. Nur noch 16 Prozent haben den Eindruck, dass Merz sich ausreichend um die Lösung der wirtschaftlichen Probleme in Deutschland kümmert. Im September 2025, als Forsa diese Frage ebenfalls gestellt hat, waren es 21 Prozent, im Juni 2025 waren es noch 31 Prozent.
80 Prozent der Deutschen sagen, Merz kümmere sich nicht ausreichend um die wirtschaftlichen Probleme in Deutschland. Selbst die Anhänger der Union sind mit 60 Prozent mehrheitlich dieser Auffassung.
Zur Erklärung: Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 12. und dem 18. Mai erhoben. Datenbasis: 2000 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Datenbasis der politischen Kompetenz: 807 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.