So, 22. Juli 2018

Nach Kurz-Besuch

23.06.2018 13:56

Yad Vashem entschuldigt sich für Kritik an der FPÖ

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hat sich für einen Vorfall entschuldigt, bei dem eine Führerin gegenüber Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Kritik an antisemitischen Äußerungen aus Reihen der FPÖ geäußert hatte. Es habe sich um eine persönliche Aktion gehandelt, hieß es laut der Zeitung „Times of Israel“ in einem Brief an den österreichischen Botschafter in Israel, Martin Weiss.

Dieser hatte sich bei den Verantwortlichen von Yad Vashem über das Verhalten von Deborah Hartmann von der International School of Holocaust-Studies, die bei dem Rundgang als Guide für den Bundeskanzler und seine Delegation fungierte, beschwert, schrieb die „Times of Israel“ in ihrer Freitagsausgabe. Es sei unangemessen, Kurz während eines Besuchs in der Stadt mit politischen Argumenten zu konfrontieren, habe Weiss übermittelt.

Kritik an FPÖ-Politikern, „denen man Shoah erklären muss“
Hartmann hatte den Bundeskanzler während des Besuchs an seine Verantwortung für die Zukunft erinnert. Sie kritisierte, dass es in Kurz‘ Koalitionspartner FPÖ noch immer Politiker gebe, „denen man erklären muss, was die Shoah war, von welcher Katastrophe wir eigentlich sprechen“. Sie sprach von 30 antisemitistischen Vorfällen der FPÖ.

Kurz erklärte dazu später, er verstehe, dass es „Emotionen gibt“. Die Linie von Yad Vashem sei aber eine andere. Niemand werde dort ausgeschlossen. Die Republik Österreich will sich auch mit einer Million Euro am geplanten Bau eines neuen Shoah Heritage Collections Centers beteiligen.

Weitere Erforschung des Holocaust
Dieses neue Zentrum, das zusätzliche Lager- und Konservierungslabors für Artefakte, Kunstwerke und Dokumentationen aus der Zeit des Holocausts bieten wird, soll einen wichtigen Beitrag zur fortgesetzten Erforschung des Holocausts leisten.

In dem Antwortbrief der Gedenkstätte an den Botschafter sei klargestellt worden, dass Hartmann alleine gehandelt habe und dass es nicht Politik des Museums wäre, die Erinnerung an den Holocaust mit Politik zu vermischen, hieß es in dem Zeitungsbericht.

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