Geburtenrate sinkt

Khamenei ruft Iraner zum Kinderkriegen auf

Außenpolitik
19.05.2026 22:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der oberste iranische Führer, Mojtaba Khamenei, hat die Menschen in seinem Land aufgefordert, mehr Kinder zu bekommen. Die Geburtenrate im Iran ist in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen.

„Wenn sie die richtige und notwendige Politik des Bevölkerungswachstums ernsthaft verfolgt, wird die große iranische Nation in der Lage sein, eine wichtige Rolle zu spielen und zukünftig strategische Sprünge erfahren“, erklärte Chamenei in einem Brief, von dem am Dienstag Auszüge im Onlinedienst X veröffentlicht wurden.

Spekulationen um Khamenei
Khamenei hatte nach der Tötung seines Vaters Ayatollah Ali Khamenei zu Beginn des Iran-Krieges dessen Nachfolge als politisches und religiöses Oberhaupt des Iran angetreten. Seit seiner Ernennung ist er bislang nicht öffentlich aufgetreten und hat nur wenige schriftliche Erklärungen abgegeben. Dies hat Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und Aufenthaltsort ausgelöst.

Iran auf Platz 17
Der Iran liegt mit etwa 92 Millionen Einwohnern auf Platz 17 der bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Damit zählt es nur halb so viele Menschen wie das benachbarte Pakistan. 1979 lag die Geburtenrate noch bei 6,5 Kindern pro Frau, 2024 war sie laut Zahlen der Weltbank auf nur noch 1,7 gesunken.

2020 erklärte ein Vertreter der Gesundheitsbehörden, dass staatliche Krankenhäuser und Kliniken keine Sterilisierungen mehr vornehmen und auch keine Verhütungsmittel mehr ausgeben würden, um das Bevölkerungswachstum zu stimulieren.

Massenhochzeit in Teheran
Bereits Montagabend hatten die iranischen Behörden öffentliche Massentrauungen für Paare abgehalten, die sich bereit erklärt haben, im Krieg für ihr Land zu sterben. Die Zeremonien wurden laut iranischen Medienberichten für Hunderte Paare auf mehreren Plätzen in der Hauptstadt Teheran veranstaltet und im Staatsfernsehen übertragen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr nahmen allein auf dem Imam-Hussein-Platz 110 Paare teil.

(Bild: AP/Vahid Salemi)

Die Beteiligten der Massentrauungen hatten sich laut iranischen Medienberichten für das „Selbstopferungs“-Programm registriert. Demnach geloben sie, im Krieg ihr Leben zu riskieren, etwa durch Menschenketten an Kraftwerken. Laut den Behörden meldeten sich Millionen Iraner, darunter Parlamentspräsident Mohammed Bagher Qalibaf und Präsident Masoud Pezeshkian.

„Natürlich befindet sich das Land im Krieg, aber die jungen Leute haben auch das Recht zu heiraten“, sagte eine junge Frau im Brautkleid laut Mehr. Ein Mann im dunklen Anzug sagte an der Seite seiner zukünftigen Braut, sie seien glücklich, dass ihre Trauung mit dem Jahrestag der Hochzeit des von Schiiten verehrten Imams Ali mit Fatima, der Tochter des Propheten Mohammed, zusammenfalle.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung