Sechs Männer sollen unfassbare 144 Kilogramm Goldschmuck aus der Türkei nach Wien geschmuggelt haben. Zwei Jahre lang spazierten sie am Flughafen mit der wertvollen Ware einfach am Zoll vorbei – um über 6,3 Millionen Euro. Einer der Bandenmitglieder packt nun vor Gericht aus.
„Jeder, der schon mal mit dem Flugzeug in Wien-Schwechat gelandet ist, kennt das. Es gibt beim Rausgehen den grünen Kanal und den roten Kanal. Durch den roten muss man gehen, wenn man zollpflichtige Gegenstände einführen möchte“, erklärt die Staatsanwältin im Wiener Landl. Geht man falsch, macht man sich dem Finanzvergehen des Schmuggels strafbar – so wie die sechs Angeklagten, die vor dem Schöffensenat sitzen.
„Steuern in Millionenhöhe hinterzogen“
Sie sollen unfassbare 144 Kilogramm Goldschmuck in den Jahren 2021 und 2022 unverzollt importiert haben. Das hat einen Gesamtwert von über 6,3 Millionen Euro. Deswegen gut vorstellbar: „Durch die angeklagten Taten sind Steuern in Millionenhöhe hinterzogen worden“, so die Staatsanwältin.
Österreich mit 1,4 Kilo Gold im Gepäck ertappt
Die Bande soll den edlen Schmuck bei einem Juwelier in der Türkei erworben haben – beim Onkel vom Erstangeklagten. Der betrieb wiederum in Wien ein Juweliergeschäft. Alle fünf Männer sind mit der Branche gut vertraut. Die Schmuggelflüge sollen sie in verschiedenen Konstellationen durchgeführt haben. Bis ein 35-jähriger Österreicher schließlich am 29. April 2022 am Flughafen von Zollbeamten auf frischer Tat ertappt wurde. Er wollte gerade knapp 1,4 Kilogramm Goldschmuck unverzollt einführen.
Der unbescholtene Mandant von Anwalt Rudolf Mayer ist der einzige, der türkischstämmigen Bande, der sich vollumfänglich schuldig bekennt. Deswegen kann gleich am ersten Verhandlungstag ein Urteil gegen ihn fallen: Er schmuggelte in 23 Fällen insgesamt stolze 73 Kilogramm Goldschmuck. Dafür fasst er 18 Monate bedingte Haft aus – das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Gegen die anderen muss noch weiterverhandelt werden. Besonders, weil einer der Haupttäter den Prozess schwänzte. Also wird auf unbestimmte Zeit vertagt.
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