Mo, 27. Mai 2019
04.02.2014 15:54

Alles relativ

Range Rover Sport: Leicht dynamisch

Der neue Range Rover Sport ist erstmals das, was sein Name suggeriert: die Sportversion des Range Rover. Bisher basierte er nämlich auf dem Land Rover Discovery. Passé. Denn während die Optik des Sport stark vom Lifestyler Evoque beeinflusst ist, handelt es sich strukturell jetzt im Wesentlichen um einen Range Rover – angefangen beim bahnbrechenden Alu-Chassis, das ein bis zu 420 kg geringeres Gewicht hauptverantwortet.

Man möchte es kaum glauben, dass dennoch 75 Prozent der Sport-Teile eigenständig und nicht vom großen Bruder entlehnt sind. Riesig sind die Unterschiede nicht, aber doch spürbar. Mit 4,85 fehlen 15 Zentimeter für die zweite Reihe und das Gepäck, gemeinsam mit der 5,5 Zentimeter geringeren Höhe (bei gleicher Breite) entsteht aber ein drahtigerer Eindruck. Die Höhendifferenz rührt nicht nur von einer flacheren Dachlinie her, sondern auch von der Tieferlegung um zwei Zentimeter. Der Sport ist ein paar Kilo leichter, mit dem einfacheren der beiden Allradantriebe sogar 45 kg (TDV 6: 2.040 kg ohne Fahrer).

Der Radstand ist identisch (2,92 Meter), ebenso die serienmäßige Luftfederung; die geringeren Geländefähigkeiten sind nur dann wesentlich, wenn es mal auf die drei Zentimeter Bodenfreiheit (auf Geländeniveau maximal 26,5 Zentimeter) oder die letzten fünf Zentimeter Wattiefe (maximal 85 Zentimeter) ankommt. Damit es nicht nass reingeht, ist der Testwagen mit dem optionalen Watsensor ausgestattet, der lustig anzeigt, ob dem Sport das Wasser schon bis zum Hals reicht. Ich habe ihn nicht gebraucht – wie wohl der Großteil der Käufer. Aber gut zu wissen, dass man könnte, wenn man müsste und sich traute.

Die Sache mit dem Sport
Auf der Fahrt zum Geländespielplatz darf es sportlich zugehen, Range Rover apostrophiert den Sport als schnellsten, agilsten und fahraktivsten Land Rover aller Zeiten, und das trotz seiner grandiosen Offroad-Qualitäten. Die elektrische Servolenkung arbeitet zielgenau und ist direkter übersetzt als im Range Rover. Der Allradantrieb kommt in den unteren Ausstattungs- und Motorvarianten ohne Untersetzungsmöglichkeit aus und ist hecklastig ausgelegt, so auch im Testwagen mit dem Einstiegsdiesel TDV 6.

TDV 6 heißt nicht nur 258 PS und ein maximales Drehmoment von kräftigen 600 Nm bei 2.000/min., sondern auch, dass die diversen Hightech-Dynamikunterstützer wie Adaptive Dynamics, Dynamic Response, Stabilitätsprogramm und Torque Vectoring nicht erhältlich sind, die das doch recht dicke SUV unter anderem am Wanken hindern sollen. Der sportliche Spaß hält sich folglich in Grenzen, denn die Fuhre schaukelt dann doch ein wenig. Wer Land Rover beim Wort nehmen will, muss investieren – zunächst in einen stärkeren Motor, um die Schmankerl mitordern zu können; am besten gleich in den 510 PS starken V8 Supercharged, da ist die ganze teure Technik serienmäßig.

Fad ist mir aber auch nicht im Testwagen geworden. Der Vorgänger kam mit 47 PS weniger daher, dafür mit fast einer halben Tonne mehr. In 7,6 Sekunden ist jetzt der Hunderter erreicht, maximal sind 210 km/h drin.

Und natürlich ist auch der Sport höchst komfortabel, der Innenraum superedel, der Sound (auch der des Motors) vom Feinsten. Das informative Display auf der Mittelkonsole steht etwas flacher als im Range Rover. Besonders gut integriert ist die optionale TV-Funktion: Die Beifahrerin könnte am Display vollformatig Soaps schauen, während ich gleichzeitig navigiere. Nur: Die Beifahrerin hasst Soaps und das Navigationssystem sollte sich endlich vom technischen Fortschrittssog im Unternehmen mitreißen lassen.

Bleibt das Gespräch über den Preis. Ab 68.700 Euro steht der Range Rover Sport in der Liste. Der Testwagen (Range Rover Sport TDV6 HSE) kommt auf gut 97.000 Euro, davon rund 15.000 Euro Extras wie Keyless Entry (1.200,--), TV (1.100,--), Dreizonen-Klima (700,--) oder das famose Meridian-Surround-System (1.600,--). Wie gesagt: Fürs Sportliche braucht's dann noch ein bissl was. Ein straßendynamisches großes SUV bekommt man anderswo sicher günstiger, eine derartige Spreizung zwischen Straße und Offroad wohl nicht.

Warum?

  • Stilvoll, je nach Version agil
  • Quantensprung vom Vorgänger

Warum nicht?

  • Wird dem Namen erst in höheren Ausstattungsniveaus und Motorisierungen gerecht

Oder vielleicht …

… Range Rover, BMW X5, Porsche Cayenne etc.

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