Ein ehemaliges Mitglied der Terrororganisation Al-Kaida und ein früherer US-Justizwachebeamter diskutieren gemeinsam an der Universität Wien – ein Vorfall, der aktuell für Diskussionen im „Krone“-Forum sorgt. Wo sollte an Universitäten die Grenze zwischen notwendiger Debatte und Bühne für (ehemalige) Extremisten gezogen werden?
Grund für den Streit ist eine ÖH-Runde am 8. Juni mit dem einstigen Al-Kaida-Mitglied Mohamedou Ould Slahi, der 14 Jahre ohne Anklage in Guantánamo saß. Neben einem weiteren Ex-Häftling diskutiert auch der frühere US-Justizwachebeamte George Macmasters. Kritiker sprechen von einem „Sicherheitsskandal“, während die ÖH betont: Es geht um die Aufklärung über Folter und das Aufweichen von Grundrechten im Anti-Terror-Kampf, nicht um das Gutheißen von Terror.
Einerseits ist es die Aufgabe einer Universität, auch die dunklen Kapitel der Zeitgeschichte – wie Terror und Folter – offen zu erforschen. Andererseits wirft dieser Vorfall eine generelle Frage bezüglich der Debattenkultur an unseren Hochschulen auf: Nach welchen Kriterien wird entschieden, welche kontroversen Persönlichkeiten im Hörsaal zu Wort kommen dürfen und welche nicht?
Ihre Meinung ist gefragt!
Welche Kriterien und roten Linien sollte es für Einladungen von Gastrednern an unseren Universitäten geben? Wie kann bei sensiblen Themen sichergestellt werden, dass eine echte, kritische Einordnung stattfindet und keine einseitige Plattform geboten wird? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Kommentare und diskutieren Sie mit!
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