Hohe Teilzeitquote

Gesundheits-Branche boomt: Sehr wenig Arbeitslose

Wirtschaft
02.09.2025 07:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

In den vergangenen Jahren hat es am Arbeitsmarkt teils trüb ausgeschaut. Eine Branche aber boomt: Im Gesundheits- und Sozialbereich ist die Arbeitslosenquote besonders niedrig. Immerhin 8 Prozent aller Beschäftigten in Österreich arbeiten in der Branche.

In der Branche gab es 2024 einen Beschäftigungsanstieg von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei 319.000 unselbstständig beschäftigten Personen. Das geht aus einem „Spezialthema“-Bericht des Arbeitsmarktservices (AMS) hervor. Die Arbeitslosenquote in diesem Bereich war 2024 mit 3,7 Prozent im gesamtwirtschaftlichen Vergleich deutlich unterdurchschnittlich (7,0 Prozent) und verlief in den vergangenen zehn Jahren stabil.

Dass es sich um einen großen Wirtschaftssektor handelt, zeige auch der hohe Anteil an der Gesamtbeschäftigung, so das AMS. 8,1 Prozent aller unselbstständig Beschäftigten waren im Jahresdurchschnitt 2024 im Gesundheits- und Sozialwesen tätig. Nur die Beschäftigtenanteile in der Industrie, in der öffentlichen Verwaltung und im Handel waren höher.

Frauen und junge Männer
Rund drei Viertel der Beschäftigten in der Branche waren 2024 Frauen. Junge Männer waren überdurchschnittlich stark im Gesundheits- und Sozialwesen vertreten. Fast ein Fünftel aller im Sektor beschäftigten Männer war unter 25 Jahren, während in der Gesamtwirtschaft nur gut ein Zehntel der Männer in diese Altersgruppe fiel.

Nur ungefähr ein Viertel der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen sind Männer.
Nur ungefähr ein Viertel der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen sind Männer.(Bild: APA/HANS KLAUS TECHT)

Im Jahr 2024 waren in Österreich im Jahresdurchschnitt 12.100 Personen, die zuvor im Gesundheits- und Sozialwesen tätig waren, arbeitslos vorgemerkt oder in einer AMS-Schulung. Der hohe Frauenanteil in der Beschäftigung spiegelte sich auch in der Arbeitslosigkeit wider.

20 Prozent keine Österreicher
Jeder fünfte Beschäftigte hatte eine andere als die österreichische Staatsbürgerschaft. Unter den Frauen mit einer anderen Staatsangehörigkeit waren Deutsche, Rumäninnen und Ungarinnen am stärksten vertreten. Rund 1500 Syrerinnen und Syrer waren im Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigt, davon etwas mehr als die Hälfte Frauen.

Die Frauen-Teilzeitquote mit 61 Prozent war im Gesundheits- und Sozialwesen deutlich über dem Durchschnitt über alle Branchen (52 Prozent), aber auch die Männer-Teilzeitquote lag mit 29 Prozent hier weit über dem Durchschnitt (13 Prozent).

AMS-Chef: Branche vor massiven Herausforderungen
AMS-Chef Johannes Kopf betonte dazu, dass die Branche wie der gesamte Arbeitsmarkt vor massiven Herausforderungen stehe. Der demografische Wandel, die steigende Lebenserwartung und der akute Fachkräftemangel setzten das System unter Druck. „Gerade in systemrelevanten Berufen zeigt sich, wie essenziell sie für das Funktionieren des Landes sind – nicht nur in Krisenzeiten, sondern Tag für Tag. Reformen sind daher unumgänglich“, meinte er: „Niederschwellige Zugänge und bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen sind der Schlüssel, um ausreichend Fachkräfte für die Zukunft zu gewinnen.“

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