Boku-Studie zeigt:

Städter würden Parkplätze für mehr Grün opfern

Klima
01.07.2025 11:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Mehrheit der Städterinnen und Städter würde Parkplätze für mehr Grün opfern und sogar dafür zahlen. Das geht aus einer Studie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien hervor, für die Menschen aus ganz Österreich befragt wurden.

Voraussetzung war, dass ihre Stadt mehr als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner hat. Eines der zentralen Ergebnisse ist, dass 65 Prozent der Befragten bis zu 45 Euro jährlich als Kommunalabgabe leisten würden, wenn neues Stadtgrün in ihrer Umgebung die Luftqualität und Temperatur verbessere. Dafür würden auch längere Wege zur Wohnung von bis zu zehn Minuten und weniger Parkplätze in Kauf genommen.

Vier Typen identifiziert
Ulrike Pröbstl-Haider vom Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung an der BOKU sowie ihre Mitarbeiterin Magdalena Feilhammer identifizierten vier Typen von Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern, die teils sehr unterschiedliche Einstellungen haben. Der umweltsensible Typ ist besonders am Stadtgrün interessiert und würde bei Umweltleistungen mehr als andere Befragte dafür zahlen. Dieser Typ wohnt insbesondere in einem Eigenheim.

Der gestaltungssensible Typ lebt vor allem in einer verdichteten Wohnanlage, ist umweltbewusst, an schöner Gestaltung und Gemeinschaftsgärten interessiert. Der kostensensible Typ ist durch eine geringe Zahlungsbereitschaft gekennzeichnet und zeigt wenig Interesse an neuen Grünstrukturen. Dazu wurden unter anderem ältere Menschen gezählt. Der erreichbarkeitssensible Typ hat zwar einen Wunsch nach mehr Grün, legt aber Wert auf die Erreichbarkeit mit dem Auto.

Wenig Zuspruch für Gemeinschaftsgärten
Die 1055 Befragten bevorzugen begrünte Straßenräume, gefolgt von Grünzügen und Regenrückhalteflächen. Wenig Zuspruch gibt es hingegen für Gemeinschaftsgärten. „Während die ökologischen Vorteile gut erforscht sind, besteht ein klares Defizit bei den sozialen Aspekten: Wie können innovative Lösungen entwickelt werden, die den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werden – und wie gelingt es, die Menschen aktiv in diesen Wandel einzubinden?“, sagte Pröbstl-Haider. Die Stadtbevölkerung sei bei Grünflächen und der Anpassung an den Klimawandel „längst weiter“ als die Politik.

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