Ausgerechnet eines der wichtigsten Sanierungsgebiete im Nationalpark Donau-Auen ist im sogenannten EU-Renaturierungsatlas bisher nicht ausgewiesen: die Untere Lobau. Kritik kommt vorrangig vom WWF.
Austrocknung – und wo überhaupt noch Wasser ist, dominieren Algenteppiche: Die „Untere Lobau“ ist eines der wichtigsten Renaturierungsprojekte am Gebiet des Nationalparks Donau-Auen. Dieser ist jedoch von Wasserabflüssen der Oberen Lobau abhängig – und diese fehlen, wie die „Krone“ berichtete.
Ökosystem in Gefahr – aber nicht im Gefahrenatlas
Scharfe Kritik kommt vom WWF: „Die Untere Lobau ist auch einer der wertvollsten Naturräume der Region. Deshalb gehört sie in den Renaturierungsatlas“, schäumt WWF-Experte Michael Stelzhammer. Dieser ist eine interaktive Online-Karte. Der Renaturierungsatlas visualisiert detailliert, wo und wie zerstörte Ökosysteme – wie Flüsse, Moore und Auen – wieder in einen natürlichen Zustand versetzt werden sollen, um die Vorgaben der EU-Renaturierungsverordnung zu erfüllen.
Wurde auf die austrocknende Region im Süden Wiens „vergessen“?
Und just die sehr angeschlagene Untere Au auf Wiener Gebiet wurde offenbar „vergessen“: Das ärgert nicht nur den WWF, sondern auch die zahlreichen Niederösterreicher wie zum Beispiel Angler, die dieses Gebiet nutzen – beziehungsweise derzeit nicht nutzen können. Der WWF kennt die Details: Der massive Sanierungsbedarf äußert sich dadurch, dass seit den 1940er-Jahren die Fläche der Hauptgewässer in der Unteren Lobau um 30 Prozent zurückgegangen sind, jene der Nebengewässer sogar um rund 70 %. Viele Altarme sind abgetrennt, einst dynamische Nebengerinne verschwunden.
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